Das Pfeifen im Wald | Prof. Schneider entgegnet Hörmann/Pregetter streng wissenschaftlich und gibt Entwarnung

Oh, du liebe Welt, du magst ruhig sein. Nach schlimmen Alpdrücken, die Dich auf Grund der düsteren Prognosen von Hörmann, Sinn und anderen Quertreibern zunehmend befallen haben, dekretiert ein gewisser Herr Professor Schneider das Ende der Krise. Ab morgen, 7.00 Uhr: Business as usual, Wohlstand für alle, Wachstum, bis der Arzt wieder gegangen ist.

Schneiders Argumente leuchten ein und sind natürlich das Ergebnis streng wissenschaftlichen Arbeitens: Wenn früher Leute reich geworden sind, dann wird es auch in Zukunft Leute geben, die reich werden. Wer das nicht versteht, sollte Atomphysiker werden, oder so was ähnliches!

Der Markt funktioniert, meint Schneider und tritt auch gleich den Beweis ein: Er kennt einen Facharbeiter, der 6.000.- Euro verdient. Wahrscheinlich von den Freundschaftabenden des Linzer akademischen Sparvereins. In Linz beginnt’s, hoffentlich erfahren nicht zu viele vom Speckgürtel für leistungswillige Facharbeiter, sonst geht deren Preis wieder runter…

Also: Wenn Herr Prof. Schneider erklärt, dass der Arbeitsmarkt funktioniert, dann muss er funktionieren – schließlich ist das eine wissenschaftlich herbeigehoffte Zukunftsperspektive (die Hörmann und Pregetter ja abgeht, so Schneider, weil deren Szenarien auf Grund ihrer von wichtigen akademischen stake holders als unangenehm empfundenen Nebenwirkungen nicht in den akademischen Rang von Zukunftsperspektiven erhoben werden können).

Sehr erhellend auch die wissenschaftlich sauber herausgearbeitete Argumentationslinie, dass der Euro sich besser entwickelt hat, als erwartet. Könnte es sein, dass wir nicht über alle Untiefen akademischer Erwartungen informiert waren, als wir klopfenden Herzens die ersten Euro-Münzen in Empfang nehmen durften?

Ich beuge mich der akademischen Gewalt! Ich schwöre ab von meinen bösen sozialrevolutionären und antikapitalistischen Gedanken, die – ich gebe es zu – mich von meiner wichtigen Rolle als über die Verhältnisse lebender Konsument entfernt hat.  Am Montag geh ich zur Bank: Die werden wohl mit Geld herausrücken, wenn ich einen Porsche bestelle. Damit rette ich Facharbeitergehälter, Bank- und Geldsysteme und leiste meinen kleinen Beitrag zur Schneiderschen Zukunftsperspektive.

Sie wollen lesen, wie ein akademisch sauberer Diskurs lautet?

Dann klicken sie mal hier unten auf das Bild:

VADE RETRO, HÖRMANN! Unsere Zeit ist nicht die richtige für unschöne Zukunftsperspektiven!

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