Ich möchte Frau Verena Gruber nicht unterstellen, dass sie eine Rassistin ist. Sie ist vielleicht auch ein Opfer der Südtiroler Opfer-Hysterie: Für Südtiroler gibt es ja bekanntlich nur zwei Rollen, jene des/der Besten oder jene des Opfers.
Allerdings stellt sich Frau Gruber bezüglich Fremdenfeindlichkeit selbst ein schlechtes Zeugnis aus. Sie hat sich in einem Leserbrief Luft gemacht, nachdem ihre Familie bei der Anmeldung eines Sprößlings von außerhalb des Kindergarten-Einzugsgebietes vermeintlich benachteiligt wurde.
Hier der Leserbrief, der im Tagblatt “Dolomiten” veröffentlicht wurde und von Walter Blaas mit dem Kommentar: “Des isch oanfach unmöglich” auf Facebook geteilt wurde, nachdem er von Eva Mair am Tinkhof gepostet worden war.
(Quelle: Facebook, auf das Bild klicken um zur Leseansicht zu gelangen)

Ich gehe, bei allem Respekt vor Walter Blaas nicht davon aus, dass er das Wort “unmöglich” so gemeint hatte, dass der Inhalt des Leserbriefes nicht stimmen könne. Auf Facebook hat das Posting von Walter Blaas seine Wirkung nicht verfehlt. Das ganze klassische Repertoire an Empörung, Weinerlichkeit und Vorwürfen gegenüber Politik und Gesellschaft kam zum Ausdruck, wie man den Facebook-Kommentaren entnehmen kann.
(Quelle: Facebook 27.1.2012, auf das Bild klicken, um zur Leseansicht zu gelangen)

Und das waren nur die Reaktionen auf das Posting von Blaas, das fünf Mal geteilt wurde und nun seinen Weg durch die Weiten des Internet nimmt.
Wer sein Repertoire an fremdenfeindlichen Aussagen erweitern möchte, kann dies bei den hier eingefügten Kommentaren auf die Veröffentlichung des Briefes auf der Facebook-Seite von Eva Mair am Tinkhof tun. Gottseidank traut sich hier auch mancher Gutmensch, seine Widerrede zu posten.
(Quelle: Facebook, 27.1.2012, auf die Bilder klicken, um zur Leseansicht zu gelangen)

Es ist anzunehmen, dass es auch auf den anderen 14 Facebook-Seiten ähnlich gekesselt hat, die den Inhalt von Eva Mair am Tinkhof geteilt haben.
Ich habe das gestern gesehen und habe mir als unerschütterlicher Gutmensch gedacht: “Scheiße, was ist da schief gelaufen?” und mir vorgenommen, dem Fall gelegentlich nachzugehen.
Das ist nun nicht mehr nötig. Heute hat die zuständige Stadträtin, Magdalena Amhof, in einer Stellungnahme den Fall aufgeklärt und eindeutig nachgewiesen, dass an der im Leserbrief thematisierten Diskriminierung von Einheimischen absolut nichts dran ist.
(Quelle: Facebook, auf das Bild klicken, um zur Leseansicht zu gelangen)

Nun, jeder kann sich mal irren und eine Aussage falsch interpretieren. Jeder kann auch mal etwas sagen, was nicht stimmt. Aber gerade bei sensiblen Themen, wie es die latente und teilweise auch sehr manifeste Fremdenfeindlichkeit in Südtirol ist, ist Vorsicht geboten.
Die Richtigstellung von Magdalena Amhof erreicht nicht alle. Viele haben den Anlass genutzt, ihre Vorurteile zu verfestigen. Sie legen den Fall diffus in einer Reihe ähnlicher Vorfälle ab, die möglicherweise auch jeder Grundlage entbehren. Und warten auf die nächste Bestätigung ihre Rolle als Opfer der bösen Ausländer. Wer hier versucht, mit populistischen Aussagen politisches Kleingeld zu verdienen, ist ein Zündler und ein Populist.
Ich möchte Walter Blaas von dieser Einschätzung ausnehmen, denn er ist im Regelfall bei seinen Aussagen sehr vorsichtig, er hetzt und schürt nicht. Von seinen politischen Freunden und Kollegen würde ich das nicht behaupten.
Und: Es hängt immer davon ab, auf welchen Boden auch sehr kleine Samen fallen. Am schlimmsten sind die Politiker die sich nach Schema X verhalten, weil sie wissen, dass dann Reaktion Y eintritt, ohne das es einen offenkundigen Zusammenhang zwischen Verhalten und Reaktion gibt.
Darum poste ich diesen Vorfall als exemplarische Beispiel für die Wirkung von fremdenfeindlichen Unterstellungen auf meinem Blog.


















Hallo,
hiermit möchte ich auch etwas zudem Thema sagen bzw. schreiben, da ich ja auch einige Sachen gepostet habe. Meiner Meinung nach hat diese Diskussion vielleicht das Ziel verfehlt, wo ich natürlich auch meine aussagen mit einbeziehe. Aber genau durch dieses Problem sollte man doch mal die Augen öffnen und sich mal konkret mit den Problemen beschäftigen.
Wo ich der Meinung bin das die Energie von unseren Politikern ( allen, von jeder Partei ) zusammen arbeiten sollen. Und endlich mal das streiten bzw. Sachen gegenseitig an den Kopf schmeißen unterlassen sollen.
Es ist halt mal eine Tatsache, dass sich sehr viele Leute über dieses Thema ( Ausländer ) aufregen. Nicht über diejenigen die Arbeiten, sondern die, die nicht arbeiten. Wo es auch zu genüge gibt. Ich glaube mal das viele Leute wissen das wir auch Immigranten brauchen, da wir nicht genügen Leute haben um alle Arbeitsplätze zu besetzten. Aber wieso kann man das nicht so machen das die Leute kommen können zu arbeiten, Unterkunft und Logi sollten die Arbeitsgeber Organisieren und wenn oben genannten Immigranten nicht arbeiten, müssen sie einfach wieder gehen.
Ich habe dies in einigen Ländern schon selbst gesehen, da ich selbst im Ausland gearbeitet habe. Natürlich gibt es auch Länder wo es noch weit schlimmer ist wie bei uns hier aber es gibt halt auch Länder die es meiner Meinung nach auch besser machen wie wir. Das hat dann nichts mit Rassismus zu tun. Es geht dann einfach um das, der wer hier arbeiten will und wohnen will kann jeder Zeit kommen, aber sie müssen arbeiten. Dies soll aber auch kontrolliert werden. Ich glaube dies wäre eine sehr gute Lösung.
P.S.: Hiermit möchte ich mal eine Diskussion Starten, wo wir nach Lösungen suchen und nicht nach schuldigen. Sollte ja normaler weise eine Natürliche Sache sein für eine Demokratie oder?
Bin gespannt auf die Vorschläge und auf die Pro und Kontras
Wie schon auf Facebook geschrieben, hat Frau Gruber in ihrem Leserbrief die Fakten im Prinzip nicht falsch dargestellt. Sie hat lediglich nicht klar dargelegt, dass Kinder von Immigranten, die in das Einzugsgebiet eines Kindergartens ziehen, Vorzug vor denen haben, die von außerhalb des Einzugsgebietes kommen. Sie hat – davon gehe ich aus – nicht bewußt die Fakten falsch beschrieben.
Was aber durchaus kritisierenswert ist, sind die Schlußfolgerungen, die Frau Gruber daraus zieht, die gespielte – oder noch schlimmer wäre eine echte! – Empörung und die Unterstellung, man müsse in Südtirol zum Ausländer werden, um zu seinen Rechten zu kommen.
Vollkommen daneben waren viele Kommentare von Facebook-Usern, die ohne Kenntnis der Faktenlage und nur auf der Grundlage der Schlußfolgerungen von Frau Gruber teilweise eindeutig rassistisch waren. Hervorzuheben ist der mäßigende Einfluss des Freiheitlichen Walter De Monte, der die Ausgangslage anzweifelte. Aber vieles war sehr starker Tobak und ich denke, dass wir nur einen Teil der harschen Reaktionen gesehen und gelesen haben.
Der Zeitungsartikel im Tagblatt “Dolomiten” von heute ändert gar nichts an dieser Einschätzung.
In der Tat war mein Einfluss mäßig. Schade, daß so viele Menschen Meinungen abgeben, ohne die Kriterien zu kennen. Aber wen wundert´s, wenn man immer alles glaubt was in ” DER” Zeitung steht, ohne alles zu hinterfragen!
Nach dem Artilkel in der heutigen “Dolomiten” mit dem treffenden Titel: Aussage gegen Aussage bleiben viele Fragen offen. Eigentlich bin ich bestärkt in der Annahme, dass eine Anfrage im Gemeinderat vielleicht zur Klärung beitragen kann, trotz Belehrungen und Vorhaltungen. Stadträtin Amhof hat erst kürzlich erneut bewiesen, Tatsachen zu verkennen und falsche Fakten vorzugaukeln und zu verbreiten. Die Standhaftigkeit von Frau Gruber lobe ich mir, angesichts der vielen giftigen Kommentare wie z.B. von SVP-Landesparteisekretär Philipp Achammer usw. die zwar vorgeben Alles zu wissen aber selbst ja auch nicht dabei waren……
Soeben ist ein kritscher Kommentar eingegangen, der mir im Umgang mit Frau Mair am Tinkhof verschiedene Unkorrektheiten vorwirft. Ich veröffentliche ihn gerne, will aber wissen, mit wem ich es zu tun habe. Eine Rückmail an die angegebene Mailadresse hat ergeben, dass diese Mailadresse nicht existiert. Ich halte den Kommentar deshalb zurück, bis ich weiß, von wem er stammt.
Gegen kritische Stellungnahmen habe ich absolut nichts. Ich bin in der Lage, adäquat darauf zu reagieren oder auch mal einen Fehler einzuräumen.
Ich habe an keiner Stelle Eva Mair am Tinkhof als Rassistin bezeichnet. Ich habe aber sehr wohl auf den eindeutig rassistischen Inhalt zahlreicher Kommentare auf der Facebook-Seite von Eva Mair am Tinkhof hingewiesen. Facebook ist im Prinzip öffentlich. Jeder kann die Pinnwand anderer Facebook-Nutzer sehen, allerdings können nur “Freunde” kommentieren und an die Pinnwand posten. Ich verstehe die Aufregung von Eva Mair am Tinkhof nicht. Kein Zeichen von Bedauern, nichts. Eigenartig.
Zum allerletzten Mal: meine Facebook-Seite ist NICHT öffentlich!! Die Screen Shots stammen lediglich von “meinem” Bild, das andere weitergepostet haben!
In meinem Kommentar ist nichts Ausländerfeindliches zu finden, sondern lediglich eine Kritik am bestehenden Sozialsystem, und das zählt hoffentlich noch immer zur Meinungsfreiheit und nicht zu Rassismus. Und für Kommentare anderer Personen bin ich nicht verantwortlich!!
Ich stehe dazu dass ich den Leserbrief auf meiner PRIVATEN Seite gepostet habe und zu meinen Aussagen (die nicht ausländerfeindlich sind), aber mit ihrem Artikel wird mein Namen öffentlich durch den Dreck gezogen und direkt mit Rassismus in Verbindung gebracht. Und Sie haben sich mehrmals geweigert dieses Unrecht zu beseitigen. Nur weil Sie über das Sozialsystem anders denken, haben Sie noch lange nicht das Recht mir Rassismus zu unterstellen! Die Aussage, dass jeder der fremdenfeindliche Aussagen tätigen möchte, dies auf meiner Seite tun kann, ist schlichtweg eine Frechheit, zumal es ja nicht einmal möglich ist.
Anscheinend gehören Sie ja auch zu denjenigen Personen, die andere bewußt schädigen möchten…
Liebe Frau Mair am Tinkhof, es war für mich kein Problem auf Ihre Facebook-Seiten zu gelangen. Ihre Vorwürfe, ich würde Ihnen Zuschreibungen machen, die nicht stimmen, weise ich zurück.
In dem Absatz “Wer sein Repertoire…” habe ich vier Screenshots veröffentlicht, die alle von Ihrer Facebook-Seite kommen. Sie haben ja teilweise auch mitkommentiert.
Es gibt ein indisches Sprichwort: Das gesprochene Wort und der geworfene Stein kommen nicht mehr zurück (Beim Stein bin ich mir nicht so sicher).
Stehen Sie zur Ihren Aussagen und nehmen Sie zur Kenntnis, was passieren kann, wenn man leichtfertig ausländerkritische und/oder ausländerfeindliche Kommentare postet und dann auch noch aufschaukelnd kommentiert.
Als Leserbrief “Posterin” distanziere ich mich hiermit klar von Rassismus, mit dem ich in diesem Artikel in Zusammenhang gebracht werde. Ich habe einen Leserbrief gepostet d.h. eine schriftliche Aussage einer Person zitiert. Einen Leserbrief zu posten setze ich mit Meinungsfreiheit gleich und nicht mit Rassismus.
Folgendes möchte ich klarstellen: ich habe das Bild des Leserbriefes auf MEINE PRIVATE (und NICHT ÖFFENTLICHE) Facebook Seite gestellt.
Daraufhin wurde dieses Bild von einigen meiner sogenannten “Freunde” weitergepostet und konnte dadurch auch von Personen, die eigentlich nicht meine “Freunde” sind, weiterverwendet werden. Leider scheint unter dem Bild dennoch immer mein Namen auf.
Die Mehrheit der Kommentare wurden NICHT auf meiner Seite geschrieben, sondern auf der Facebook Seite von anderen Personen.
Somit entspricht die Aussage in diesem Artikel “Wer sein Repertoire an fremdenfeindlichen Aussagen erweitern möchte, kann dies bei den hier eingefügten Kommentaren auf die Veröffentlichung des Briefes auf der Facebook-Seite von Eva Mair am Tinkhof tun.” NICHT DER WAHRHEIT. Leider war Herr Markus Lobis nicht bereit, dies richtigzustellen und lässt die Leser weiterhin in dem Glauben, ich würde ausländerfeindliche Kommentare gutheißen und wäre sozusagen dessen “Facebook-Sprachrohr”.
Zum Schluss möchte ich noch sagen:
Ich hoffe doch dass MEINUNGSFREIHEIT in unserem Land für alle gilt, und dass Systemkritik bzw. Gesetzkritik nicht als Rassismus abgetan wird. Denn so wird das Problem des “wahren” Rassismus links liegen gelassen.
Eine falsche Information landet in der Zeitung, indem sie per Leserbrief dorthin geschickt wird. Die Leserbriefredaktion der “Dolomiten” (andere Zeitungen sind nicht anders) bewertet Leserbriefe nicht nach ihrem Wahrheitsgehalt, sondern danach, wer sie geschrieben hat. Als Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit, die sich an der allgemeinen Ausländerhetze nicht beteiligt, habe ich den Leserbrief von Frau Gruber bedauert und zu einer sachlichen Diskussion aufgerufen. Leider werden solche Stellungnahmen nicht veröffentlicht und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Hinzufügen muss man, dass auch der Leserbrief von Lukas Lobis absolut kein Beitrag zu einer sachlichen Diskussion ist und sich auf dem Niveau der Ausländerfeinde bewegt.
Wie kann eine falsche Information in einer Zeitung landen??