Erst verschwindet die Ehrfurcht | Und dann wird Brot zu Ramschware

Matthias Drobinski hat den Müller-Brot-Skandal in Bayern zum Anlass genommen, um in der Süddeutschen Zeitung über die Rolle des Brotes und dessen Entwicklung zum Industrieprodukt nachzudenken.

Er tut dies mit Tiefgang und spürbarer Ehrfurcht vor dem zentralen Kulturgut Brot, seine Schlussfolgerungen sind bestechend einfach und wohl auch etwas resignativ – in Zeiten wo offenkundig der gesunde Menschenverstand der Pfennigfuchserei weichen muss.

Mir fällt in diesem Zusammenhang noch ein, dass in einer Radiosendung von Ö1 in der es um die Auswüchse der Finanzwirtschaft ging, an einer Semmel festgemacht wurde, wie hoch der Anteil von Zinsen in den Preisen ist: Weit über 50% des Semmelpreises geht über verschlungene Wege an die Banken. Es ist nicht nur der Kredit, mit dem der Bäcker sein Unternehmen finanziert hat, auch der LKW, der das Mehl bringt, mit dem der Müller seine Zinsen bezahlt, wurde meist per Kredit finanziert. Genauso wie die Schrauben am LKW und die Maschinen, die die Schrauben herstellen.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung online, auf das Bild klicken, um zum Artikel zu gelangen)

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