Saatgut muss allen gehören! | Der Kampf des “Kartoffelkriegers” Karsten Ellenberg

Wer “Good food bad food” oder “We feed the world” gesehen hat oder eine der zahlreichen Dokumentationen und Artikel zu den zentralen ökosozialen Themen, der weiß um die Bedeutung der Saatgutproduktion und die Macht der Konzerne. 67% des weltweit verwendeten Saatguts kommt heute von drei-vier Agrar-Konzernen wie Bayer, Monsanto und Syngenta und diese schädlichen Wirtschaftskonglomerate unternehmen alles, um ihre Marktanteile weiter zu erhöhen und die traditionelle Herstellung und die Weitergabe von Saatgut durch die Bauern und ihre Netzwerke zu erschweren und wo möglich zu unterbinden.

Regierungen und Welt-Organisationen unterstützen sie dabei, indem Sorten die nicht in zentralen Registern eingetragen und formell zugelassen sind  kurzerhand verboten werden. Natürlich ist die Zulassung von Sorten mit hohem Aufwand verbunden, sodass es sich nur Konzerne leisten können, marktfähige Züchtungen anzubieten. Hier schließt sich der Kreis.

So wie der französische Agrar-Rebell in “good food bad food” widersetzen sich immer mehr verantwortungsbewußte Bürger und Bauern dieser absurden Konzernförderung und bemühen sich darum, alte Sorten vor dem Verschwinden zu bewahren, nachzuzüchten und anzubauen – gegen den Widerstand von Konzernen und willfährigen Behörden.

Einen Teilerfolg konnten die Konzerngegner jüngst verbuchen: Im Juli hat der Europäische Gerichtshof ein wichtiges Urteil erlassen, das es Bauern mit Einschränkungen erlaubt, Saatgut selbst zu züchten und zu verkaufen, auch wenn es sich dabei um nicht formell zugelassene Sorten handelt.

Spiegel online portraitiert vor diesem Hintergrund den niedersächsichen Kartoffelbauern und -experten Karten Ellenberg, der aus seinem Ein-Mann-Kampf gegen die Saatgut-Multis mittlerweile ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitern gemacht hat und dessen Beharrungsvermögen auch anderen Quertreibern Mut machen soll.
(Quelle: Spiegel online, auf das Bild klicken, um zum Artikel zu gelangen)

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