Aufarbeitung als Lebensaufgabe | Hannes Heer in Brixen

Wir haben uns auf diesen Seiten letzthin intensiv mit der Aufarbeitung der Geschichte beschäftigt, im spezifischen Fall mit jener des Nationalsozialismus und des Faschismus in Südtirol.

Einer, der sich um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland und im spezifischen der Rolle der Wehrmacht verdient und für viele „aufrechte Deutsche“ zum Feind gemacht hat, ist Hannes Heer. Er konzipierte im Auftrag des „Hamburger Instituts für Sozialforschung“ des wissenschaftlich engagierten Tabakimperium-Erben Jan Philipp Reemtsma die Ausstellung „Die Verbrechen der Wehrmacht“, die wohl zu den markantesten und am stärksten wahrgenommenen Aufarbeitungsaktivitäten in Deutschland gezählt werden kann.

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Hannes Heer – ein kompromißloser „Aufarbeiter“

Jeder erinnert sich noch an die vehementen Proteste in den deutschen Städten, die hauptsächlich von noch lebenden Wehrmachtsangehörigen gegen die Ausstellung erhoben wurde, mit der sie die „Ehre“ der „sauberen Wehrmacht“ beschmutzt sahen. Auch in Südtirol erhob Josef Rampold stellvertretend für viele Heimkehrer die Aufgabe, die Ehre der Wehrmacht mit Nachdruck und Impetus zu verteidigen. Doch die Faktenlage war erdrückend und heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass auch die Wehrmacht systematisch und in voller Breite eingesetzt wurde, um schreckliche Kriegsverbrechen zu begehen. Die Wehrmacht war dabei, als mit dem Feldzug in den Osten der Holocaust seinen Anfang nahm und in vielen Städten und Dörfern des Ostens Deportationen organisiert und teilweise auch Massaker an der Zivilbevölkerung und vor allem an den Juden verübt wurden.

Da es bei einigen wenigen Bildern, die in der Ausstellung gezeigt wurden, zu Unklarheiten und Zweifeln an deren Verortung und Datierung gekommen war, wurde die Ausstellung seinerzeit für einige Zeit zurückgezogen und Hannes Heer trat von seiner Position als Koordinator des Projekts zurück. Die Klärungen um die beanstandeten Bilder ergab keine grundlegen neuen Erkenntnisse, sodaß alle Grundaussagen und Erkenntnisse der Ausstellung auch in die leicht überarbeitete Version übernommen wurden.

Hannes Heer kommt am 12. Dezember auf nach Brixen und spricht um 18.00 Uhr in der Cusanus-Akademie zum Thema „Vom Verschwinden der Täter. Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei“.

Anbei die Einladung als PDF zum herunterladen und weiterverschicken
Einladung Heer 12.12.07 BX

und eine Biographie von Hannes Heer aus dem Online-Lexikon WIKIPEDIA
Hannes Heer - Wikipedia

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