Die Heuschrecken fallen über die Welt herein | Landraub als neue Spekulationsmasche

Der große Mahner, Aufdecker und couragierte Ankläger des Raubtierkapitalismus und der „kannibalistischen Weltordnung“ Jean Ziegler ist einer der Menschen, die ohne Rücksicht auf sich selbst und mit Vehemenz und Überzeugungskraft aufzeigen, woran unser Globus krankt: An der Gier und an der Selbstsucht der Menschen und an den neoliberalen Spielregeln, die sich ein paar Herren (Frauen sind bezeichnender Weise wenige dabei) mit viel Geld und noch mehr Gewinnaussicht erkauft haben.

Jean Ziegler

Ein Großer, ein Gerechter dieser Welt: Prof. Jean Ziegler

Ziegler, der jüngst in Bozen war und vor einem berstend vollen Saal sprach, bezeichnet die neuerdings grassierende Spekulationswut mit landwirtschaftlichen Grundstücken als „Landraub“. Er trifft damit, wie immer, den Nagel auf den Kopf.

Wie lange wollen wir diese Schweinereien zulassen?

logo spiegel online

schreibt dazu heute:

spiegel bauern hungern kapital spekuliert okt 10

And the winner is …

Welthunger-Indes 2009

Das Ergebnis der „Arbeit“ der Raubtierkapitalisten (Quelle: SPIEGEL online)

Viele Menschen bei Ziegler, keine Politiker

Übrigens, auch in Bozen hat sich etwas gezeigt, was ich für bezeichnend halte: Während sehr viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung Ziegler anhören wollten, habe ich keinen einzigen Südtiroler Politiker dort gesehen, mit Ausnahme des grünen Landtagsabgeordneten Riccardo Dello Sbarba. Auch Landeshauptmann Durnwalder, der jährlich eine Reise macht, um Südtirols mickrige Unterstützung für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zu besuchen und sich von armen Menschen feiern zu lassen, hat sich bei der groß angekündigten Woche der Entwicklungszusammenarbeit rar gemacht. Zweimal war er als Eröffnungsredner angekündigt, beide Male hatte er „Wichtigeres“ zu tun.

Durni präsentiert Woche der EWZ

Beim Ankündigen gern dabei, bei den Veranstaltungen weniger: Herr Durnwalder bei der Vorstellung der Woche der Entwicklungszusammenarbeit

Vielleicht vermuten Durni & Co. „in diesen Kreisen“ ein überschaubar kleines und somit „ungefährliches“ WählerInnen-Potenzial.

Wenn sich die Herren nur nicht täuschen…

Sehr interessante Aktionswoche

Die Woche der Entwicklungszusammenarbeit war im übrigen wirklich gut vorbereitet und verfügte über ein sattes Budget für hochkarätige Veranstaltungen. Ich frage mich allerdings, warum die Veranstaltung vom Amt für Kabinettsangelegenheiten organisiert werden musste und warum die Organisation dieser Woche nicht ausgeschrieben wurde. In Südtirol gäbe es viele Organisationen und Fachleute, die mit dem schönen Budget ebenso eine aufrüttelnde und packende Aktionswoche auf die Beine gebracht hätten. Wahrscheinlich wollte das politische Establishment in Bozen – das Amt für Kabinettsangelegenheiten untersteht dem Herrn Durnwalder – verhindern, dass ihm die Kontrolle über die potenziell politisch brisante Thematik entgleitet.

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