Brixner Initiative will sanfte Lösung für die Nutzung des Hofburggartens | Eventomanie ist dort fehl am Platz

Für mein geliebtes Brixen könnte bald ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Nach langjährigen Bemühungen konnte vor zwei Jahren der rund drei Hektar große Hofburggarten von der Diözesanverwaltung angemietet werden und nun soll entschieden werden, welcher Form von Nutzung das wunderschöne Grundstück zugeführt werden soll.

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Ein Blick auf einen Teil des Hofburggartens, der nun einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden soll. Dabei stehen drei Vorschläge zur Debatte. Zwei stark kommerziell ausgeprägte Varianten und eine sanfte Erschließung des Areals. Drei Mal dürft Ihr raten, für welche ich bin…

Die Gemeindeverwaltung hat sich lange in Schweigen über die Nutzungsvorschläge gehüllt und stets auf eine Arbeitsgruppe (innerhalb der strikte Geheimhaltung verordnet wurde) und auf einen Auftrag an eine Schweizer Event- und Vermarktungsagentur verwiesen, die sich die Ausarbeitung von zwei stark kommerziell angehauchten Varianten mit 80.000.- Euro fürstlich bezahlen ließ.

Nun liegen die Vorschläge der Agentur Steiner aus Sarnen vor und sollen am 4. November im Rahmen einer Informationsveranstaltung den Bürgern und Bürgerinnen von Brixen vorgestellt werden.

Die grüne Bürgerliste hat im Rahmen der Koalitionsverhandlungen durchgesetzt, dass auch eine sanfte Erschließungsvariante ausgearbeitet und präsentiert werden muss und ich habe den Eindruck, Bürgermeister Pürgstaller möchte dies am liebsten vergessen, denn in den letzten Tagen war stets nur von einer „Apfelwelt“ und von „Wasserwelten“ die Rede, so wie es die Schweizer Vermarktungsagentur vorgeschlagen hat.

Über die konkrete Vorschläge ist nur sehr wenig an die Öffentlichkeit gedrungen. So viel steht aber fest: Bei beiden Varianten handelt es sich um massive und sehr teure bauliche Eingriffe in das Areal und um die Schaffung von Kunstwelten, die nur gegen Eintritt zugänglich sein werden.

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Das Ensemble der fürstbischöflichen Residenz in Brixen auf einem alten Plan aus dem Jahr 1831. Werden im großen grünen Apfelgarten bald Bagger auffahren und Kunstwelten für Massentouristen entstehen? Oder doch ein großer Streuobstbestand mit allen Obstsorten des Alpenraumes?

Mein Favorit: Ein Streuobstbestand für alle

In diesen Tagen gründet sich in Brixen eine Initiative, die sich für die sanfte Variante stark machen will und als Diskussionsgrundlage vorsieht, einen großen Streuobstbestand aufzubauen und im drei Hektar großen Areal alle Obstsorten des Alpenraumes zu sammeln und dabei besonders auf die alten Sorten zu achten, deren Bestand bedroht ist.

Es wäre ein schönes Zeichen wenn sich die Bürgerschaft in Zeiten des Genklaues und der Sortenpatentierung durch Konzerne, im Jahr der Biodiversität schützend um ihren Garten stellte, um von der altehrwürdigen Bischofsstadt Brixen aus ein klares Zeichen in die Welt zu senden: Wir wollen kein Disney-Land mit irgend welchen Event-Akrobaten für Massentouristen. Wir wollen unseren Garten erhalten, die alten Sorten pflegen und einen Gen-Pool für künftige Generationen retten, die vielleicht wieder weniger auf ständig wachsenden Profit und mehr auf Lebensqualität setzen werden.

Deshalb mache ich bei der Brixner Initiative „Pro Pomarium“ mit.

Mehr dazu unter: http://www.propomarium.wordpress.com

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