Gemeinwohl-Ökonomie gibt’s schon, und wie! | Eine Schuhfabrik wird zum Wallfahrtsort

(WOZ, Die Wochenzeitung) Von Bettina Dyttrich

Der nördlichste Zipfel Österreichs gilt als strukturschwach. Doch mitten in der Provinz boomt eine Schuhwerkstatt, die nach besonderen Grundsätzen wirtschaftet. Die Geschichte einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen Produktion und Handel, die aus der Not entstand.

Der Gemeinwohl-Unternehmer Heini Staudinger

Heini Staudinger sieht immer ein bisschen aus, als komme er gerade aus dem Bett. Seine grauen Locken sind zerzaust, seine Augen blinzeln. Er würde gut als freundlicher, etwas verwirrter, erfolgloser Erfinder durchgehen.

Doch der Eindruck täuscht. Staudinger ist ein Unternehmer, und ein erfolgreicher dazu. Auf die Frage, wie viele Stunden im Tag er arbeite, reagiert er unwirsch: «Das interessiert mich nicht.» Andere führen eine Firma. Staudinger führt zwei: die Waldviertler Schuhwerkstatt in Schrems, eine der letzten Schuhfabriken Österreichs, und GEA, ein Netz von Geschäften für Schuhe, Matratzen und Möbel. Und er ist erst noch Alleineigentümer von beiden.

Schrems liegt im hohen Norden Öster­reichs, im Waldviertel. Die Landschaft wirkt hier tatsächlich nördlich mit ihren Tannenwäldern, Weihern und Sümpfen. Sie ist sanft, fast flach, und zieht auch einige TouristInnen an – aber natürlich nicht so viele wie die Hohen Tauern oder der Wörthersee. Seit langem gilt das Waldviertel als wirtschaftliches Problemgebiet; die Bevölkerung nimmt schon seit sechzig Jahren ab. Während des Kalten Kriegs war die Lage am Eisernen Vorhang ein Nachteil – die tschechische Grenze liegt nur wenige Kilometer von Schrems entfernt. Heute macht die Wirtschaftskrise der Region zu schaffen. Die Schremser Strumpf­fabrik Ergee mit 200 Arbeitsplätzen musste vor zwei Jahren schliessen. Dafür konnte die Schuhwerkstatt ihre Produktion steigern. Fast neunzig Arbeitsplätze gibt es heute bei Waldviertler. Der Schuhwerkstatt sei es zu verdanken, dass die Arbeitslosigkeit in Schrems nur bei knapp sieben Prozent liege, ist eine Vertreterin der Gemeinde überzeugt.

Der Sozialminister als Kommunist
Heini Staudingers Büro ist zugleich Pausenraum und Küche. Eine WG-Küche, könnte man meinen: Harassen stehen herum, eine Gitarre lehnt an der Wand, Peperoni und Aprikosen liegen auf der Anrichte.

Vor dreissig Jahren begann Staudinger als junger Alternativer in Wien ökologische «Earth Shoes» aus Dänemark zu verkaufen. Es war die Geburt der GEA-Läden – der Name lehnt sich an Gaia an, den altgriechischen Namen für Mutter Erde. «Wir hatten immer wieder Probleme mit Lieferanten. Ein Berufsschullehrer für Schuhmacher im Waldviertel erzählte mir, dass es immer weniger Schuhmacherlehrlinge gebe, gleichzeitig immer mehr Arbeitslose. Dann gründen wir doch eine Schuhfabrik, dachten wir.»

Die Zeiten waren günstig. Der damalige österreichische Sozialminister Alfred Dallinger, ein Sozialdemokrat, der später mit einem Flugzeug in den Bodensee stürzte, förderte selbstverwaltete Betriebe. Davon konnte die Waldviertler Schuhwerkstatt profitieren. «Dallinger war im Herzen ein Kommunist», sagt Heini Staudinger. «Er war überzeugt, dass es ein Schritt zur Befreiung des Proletariats sei, wenn die Fabriken den Arbeitern gehören.» Eine Schuh­fabrik zu gründen, weil alle anderen schlossen – das sei naiv gewesen, meint er heute. «Der Strukturwandel war längst im Gang. Die Produktion wurde dorthin ausgelagert, wo es billiger war.» Er reibt sich die Augen. «Damals waren das Portugal oder Ungarn. Die sind heute längst auch zu teuer.»

Obwohl er einer der Initiatoren war, stieg Staudinger nicht bei Waldviertler ein. Er blieb in Wien und verkaufte Schuhe – nun auch solche aus dem Waldviertel. Doch die selbstverwaltete Schuhwerkstatt kam auf keinen grünen Zweig. «Anfang der neunziger Jahre hatten die Schuster Angst, sie müssten mit ihren Löhnen von 8000 Schilling – gut tausend Franken – für die Schulden der Firma aufkommen. In Panik suchten sie jemanden, dem sie den Betrieb schenken konnten – und fanden mich.» Staudinger hatte inzwischen mehrere Schuhgeschäfte, und sie liefen gut. Für einen symbolischen Schilling kaufte er die Fabrik. Nun waren die Schulden bei ihm. 1994 stieg er in Schrems ein. «Ich begann ohne Lohn und freute mich über jeden Nuller in der Bilanz. Null hiess: Wir konnten Löhne, Heizung, Leder zahlen.» Damit begann eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen Produktion und Handel. «Normalerweise erpresst der Vertrieb die Erzeuger», sagt der Geschäftsführer. «Bei uns nicht.»

Stanzen und Fersenzwicken
Es ist Sonntag. In Schrems ist der grosse Kaufrausch ausgebrochen: Die Waldviertler Schuhwerkstatt feiert ihren 25. Geburtstag. Dutzende von Menschen drängen sich zwischen den Regalen. Hier stapeln sich die Schuhkartons mit den Sonderangeboten: Auslaufmodelle und Schuhe zweiter Wahl mit kleinen Lederfehlern oder unregelmässigen Nähten. Da kostet der «Tramper», ein Alltagsschuh, statt 150 Euro nur die Hälfte.

Es duftet nach Leder. Kinder kriechen unter die Regale, ein Junge berät seine Mutter beim Kauf von knallroten Sandalen, eine andere Mutter versucht einen misslaunigen Teenager zu motivieren, wenigstens einen Blick auf die Modelle zu werfen. Auch die Führungen sind gut besucht, so gut, dass die Interessierten in den hinteren Reihen kein Wort mehr verstehen. Ein Teil der Angestellten leistet heute Sonntagsarbeit an den Maschinen, damit die KundInnen zuschauen können. Die bedanken sich mit lautem Applaus und verlassen die Werkstatt schwer beladen mit Schnäppchen. Alle sind mit dem Auto gekommen: Der Bahnhof liegt vier Kilometer ausserhalb, Busse fahren am Sonntag keine.

Wie aus Leder, Leisten und Sohlen ein Schuh entsteht, lässt sich in Schrems noch von A bis Z miterleben. Am Anfang steht die Stanzmaschine, mit der das Oberteil aus halben Rinderhäuten geschnitten wird. «Ma muss scho recht niedertruckn», kommentiert ein Arbeiter. Nebenan surren die Nähmaschinen: Frauen nähen das Oberteil zusammen. Die typische Schlichtheit der Waldviertler Schuhe hat auch wirtschaftliche Gründe: Fünf oder sechs Lederstücke sind schneller zusammengenäht als zwanzig. Um das Leder in die Form eines Schuhs zu bringen, sind noch einige Arbeitsschritte nötig. Etwa das «Fersenzwicken»: Ein Arbeiter macht das Leder zuerst mit Dampf geschmeidig, dann wird es von einer zischenden und klatternden Maschine in Form gepresst. Die nächsten KollegInnen schleifen, leimen die Zwischensohle an und vernähen in wenigen Sekunden das Oberteil mit der Zwischensohle. Noch einmal Leim und viel Druck sind nötig zum Befes­tigen der Profilsohle, dann folgt schon bald die Endkontrolle.

Wer mehr kann, ist motivierter
Die Arbeit ist zerlegt in viele Einzelschritte, die sich relativ schnell erlernen lassen. Eine Ausbildung braucht es dafür nicht. Trotzdem soll kein Fliessbandgefühl aufkommen, erklärt Produktionsleiter Gerhard Vogl: «Fast alle, die bei uns anfangen, erlernen mehrere Arbeitsgänge.» Wer stanzt, kann auch nähen. Wer Fersen zwickt, steht auch einmal an der Schleifmaschine. «Das fördert die Verantwortlichkeit und die Sinngebung», ist Vogl überzeugt. Und wenn jemand krank ist, sind immer Leute da, die einspringen können.

Gerhard Vogl wirkt bodenständig mit seinem karierten Hemd und dem goldenen Kreuz am Halskettchen. Während er erzählt, sind seine Hände dauernd beschäftigt: Aus steifer weisser Plastikfolie stellt er Vorformen von Leis­ten her. Neue Schuhmodelle werden im Haus entwickelt – «mit orthopädischer Beratung», betont Vogl. «Teure Designer können wir uns nicht leis­ten.»

Die Auswahl bei Waldviertler wird immer grösser: Alltagsschuhe, mit denen sich auch gut wandern lässt, oder edlere ­Modelle fürs Büro kosten etwa 150 Euro, Sandalen sind für 50 bis 80 zu haben, Lederstiefel für 180 bis 220 Euro. Ausser an den Aktionstagen, da ist alles viel günstiger.

Der Anfangslohn ist für alle in der Werkstatt gleich. Vogl will ihn nicht verraten, betont aber, er liege über dem mit den Gewerkschaften ausgehandelten Kollektivlohn von 1237 Euro brutto. Später steigt der Lohn je nach Leistung und Anstellungsdauer. «Es hängt davon ab, wie stark jemand selber mitdenkt, ob er schnell ist oder ob er es eher locker nimmt. Wir versuchen, Schwächere auch mitzunehmen – aber nur Schwache, das geht nicht.» Auch zwei Behinderte arbeiten in der Werkstatt. In Österreich sind Firmen verpflichtet, pro 25 Mitarbeitende eine behinderte Person anzustellen – oder mehr Steuern zu zahlen. Die meisten zahlen.

Chefin mit 27
Wäre eine gelernte Schuhmacherin denn unterfordert in Schrems? Nein, sagt Sonja Koll. «Wir hätten gerne mehr Mitarbeitende mit einer Ausbildung.» Gerade für die Entwicklung neuer Modelle wäre ihr Wissen gefragt. Zurzeit lernen zwei junge Frauen Schuhmacherin in der Schremser Fabrik.

Heini Staudinger nennt Sonja Koll nur «die Chefin». Wer ist nun der Chef, er oder sie? «Heini kümmert sich um die Strategieentwicklung, die Ideenfindung, er ist das Aushängeschild», sagt die selbstsichere junge Frau mit den blonden Haaren. «Ich bin zuständig für die Umsetzung: Produktionsplanung, Personalwesen – dafür, dass es läuft.» Dabei ist Koll gerade erst 27. Vor elf Jahren hat sie bei Waldviertler eine Lehre als Bürokauffrau begonnen und ist geblieben. Die Arbeit in einem wachsenden Betrieb sei enorm spannend, sagt sie.

Denn im letzten Jahrzehnt sind Waldviertler und GEA erfolgreich geworden. So erfolgreich, dass ständig neue GEA-Läden eröffnet werden: Achtzehn sind es inzwischen in Österreich, zwei in Deutschland, einer in Zürich. Sie verkaufen nicht nur Schuhe, sondern auch Taschen und Matratzen aus Schrems, daneben Möbel aus Tischlereien in Oberösterreich und Bulgarien. Die GEA-Akademie ist entstanden, ein Zentrum für Ferienkurse direkt neben der Fabrik: von Tanz bis Zenmeditation und – ein besonderer Renner – Schuhe selber fertigen. «Als ich die Lehre anfing, waren wir hier fünfzehn Leute», erzählt Sonja Koll. «Heute sind es neunzig. Es ist, als hätte ich in diesen elf Jahren in ganz verschiedenen Firmen gearbeitet.»

Der Erfolg hat viel mit Staudinger zu tun. Er hat, als die GEA-Läden Ende der Neunziger in eine Krise kamen, die Werbung selber übernommen. Seither gestaltet er die GEA- und Waldviertler-Kataloge, in denen nicht nur Werbung drin ist, sondern auch Gedichte, Veranstaltungstipps, Bilder und politische Texte von Erich Fried bis Vandana Shiva und Staudingers eigene Kommentare: «Stellen Sie sich vor, um vier Uhr in der Früh kommt die Polizei zu Ihnen ins Haus, um Sie und Ihre kleinen Kinder abzuholen. Das ist 2010 gängige Abschiebe-Praxis in Öster­reich. In der Gemeinde Röthis im Vorarlberger Oberland haben rund vierzig Menschen nicht geschwiegen, sondern gemeinsam mit ihrem Bürgermeis­ter die Abschiebung der kosovarischen Familie Durmisi verhindert.» Wer globalisierungskritisch ist, sozial denkt und sich um die Umwelt sorgt, trägt Waldviertler Schuhe – diese Botschaft vermitteln die Kataloge. Die KundInnen glauben es gerne: Der Umsatz von Waldviertler betrug letztes Jahr 7,4 Millionen Euro, jener der GEA-Läden 6,1 Millionen.

Noch mehr zu lesen gibts im «Brennstoff», einer Zeitschrift, die Staudinger gegründet hat, weil es ihn ärgerte, dass er die Kataloge nicht zum günstigeren Zeitungstarif verschicken durfte. Überhaupt ist vieles entstanden, weil sich Staudinger einmal ärgerte. Zum Beispiel über die Bank, die GEA – grundlos, sagt er – den Kreditrahmen um ein Viertel kürzte. Er gründete einen Sparverein, mit dem die beiden Firmen heute ihre Kredite finanzieren.

Ein anderer Pfeiler des Erfolgs ist der Fabrikladen in Schrems. «Wenn der Bauer nicht mehr vom Milchpreis leben kann, versucht er es mit Ab-Hof-Verkauf. Das machen wir auch.» Der Laden erzielt ein Viertel des gesamten Umsatzes. «Das ist nur möglich, weil wir ein Wallfahrtsort geworden sind. Schuhe machen ist heute exotisch, alle wollen das sehen.»

«Die Jungen gehen nach Wien»
Ein neues Waldviertler Erfolgsprodukt sind Taschen: schlichte, elegante Lederhandtaschen genauso wie verspielte kleine Täschchen aus bunten Lederresten, genannt Drahdiwaberl. In der Taschenfertigung arbeiten fünf Frauen. Eine von ihnen ist Trude Fichtenbauer. «Wenn ich heutzutage in Wien bin», sagt sie, «schaue ich automatisch auf die Taschen und Schuhe der Leute. Ich sehe, was Qualität ist. Wer das selber macht, bekommt den Blick dafür.»

Fichtenbauer hat im Frühling vor zwei Jahren hier angefangen. Vorher hatte sie in Heimarbeit geschneidert und ihre Kinder grossgezogen. Sie sei gerne wieder unter die Leute gekommen, sagt sie, obwohl die Umstellung auf Leder nicht einfach gewesen sei. Anders als die KollegInnen von der Schuhwerkstatt fertigen die fünf Frauen ihre Taschen von A bis Z, vom Stanzen bis zur letzten Naht. Das dauert je nach Modell um die drei Stunden.

«Anfang Woche bekommen wir den Arbeitsplan mit den Bestellungen. Dann teilen wir die Arbeit gemeinsam ein. Jede hat ihre Fähigkeiten und Vorlieben. Manchmal helfen wir auch den Frauen von der Schuhabteilung aus und sie uns.» Im Team gefällt es ihr gut, «wir passen zusammen vom Charakter her.» Doch die wirtschaftliche Situation im Waldviertel macht ­Trude Fichtenbauer Sorgen. «Die Jungen gehen nach Wien. Mein älterer Sohn ist auch schon weg.»

Heini Staudinger sammelt Geld für zwei Spitäler in Tansania, die früher von der österreichischen Entwicklungshilfe unterstützt wurden. Heute haben das die GEA-Kund­Innen übernommen. Die GEA-Akademie bietet günstige Ferien für alleinerziehende Mütter an. Die Angestellten in Schrems bekommen gratis Bioeier und -gemüse, und zweimal in der Woche kommt ein Gesundheitsberater und Masseur vorbei. Auf dem Dach der Fabrik steht die grösste Fotovoltaikanlage der Region, die bald noch erweitert und von einer Holzschnitzelheizung ergänzt werden soll. «Es ist einfach alles wunderbar», sagt Heini Staudinger und strahlt. «Wir haben es uns ganz lässig eingerichtet: Wir machen die Schuhe selber, die Matratzen, die Energie …»

Waren die Rinder glücklich?
Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch auch Waldviertler und GEA müssen Kompromisse eingehen. Nicht nur bei der Arbeitsteilung, sondern auch beim Leder. Es stammt aus Deutschland, Italien und der Türkei. Selbstverständlich kenne man die Gerbereien, sagt Heini Staudinger. «Wir können uns nicht leisten, dass da ökologische Sauereien passieren.» Doch das Leder wird konventionell gegerbt, und über die Haltung der Rinder ist nichts bekannt. Warum gründet Staudinger nicht auch noch eine Gerberei für die Verarbeitung von Kuhhäuten aus der Region? «Ich traue mir wirtschaftlich viel zu, nicht aber eine eigene Gerberei. Es gab ein unglaubliches Know-how dazu in Europa, aber davon ist bald nichts mehr da.» Auch die Sohlen werden nicht in Schrems hergestellt, und ein grosser Teil der Oberteile kommt fertig genäht aus Ungarn.

Und was passiert, wenn er, das Aushängeschild der Firma, in Pension geht? Das mache ihm Sorgen, sagt Staudinger. Er suche nach einer Eigentumsform, bei der die Mitarbeitenden stärker beteiligt seien. «Vielleicht eine Genossenschaft nach dem Modell der WOZ? Blöderweise haben wir so viel Arbeit, dass wir kaum zum Denken kommen. Das ist natürlich gefährlich.»

Staudinger macht sich keine Illusionen über das wirtschaftliche Umfeld: «Immer wieder sagen Leute: ‹Die Waldviertler zeigen, dass es möglich ist, im Westen Schuhe zu produzieren.› Nein, wir zeigen, dass man Glück haben und in einer Nische erfolgreich sein kann. Aber das Gesamte ist nicht die Summe von Nischen.» Im Hinblick auf die künftige Geschäftsleitung sollte Waldviertler auch ohne «Ab-Hof-Verkauf» selbsttragend werden, betont Staudinger.

Doch genauso schnell werden wie eine gewöhnliche Schuhfabrik kann nicht das Ziel sein. Staudinger erzählt, wie es dort so zugeht: Acht bis zwölf ArbeiterInnen arbeiten im Kreis und verpassen Sohlen. Für jeden Arbeitsgang haben sie eine festgelegte Zeit, zum Beispiel zwölf Sekunden. «Wenn eine Arbeiterin vierzehn Sekunden braucht, ist nicht der Chef sauer auf sie, sondern alle anderen im Kreis, weil sie ihre Prämie verlieren. Ich bin stolz, dass wir damit nichts zu tun haben. Es ist die Pflicht von GEA, gute Preise zu erzielen, damit die Menschen nicht wie Vieh getrieben werden.»

Mehr zu Heini Staudinger:
Radiosendung „Nahaufnahme“ mit Heini Staudinger
Kurzbiographie von Heini Staudinger, von ihm selbst verfasst

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