Die HRE kostet uns siebenmal mehr als die jährliche Zahlungen für 5 Mio Hartz-4-Empfänger | Doch: wer waren die Aktionäre?

(von Götz Vollweider, aus: www.krisendoku.de – sehr lesenswert!)

Mit acht Milliarden Euro Kapital und 102 Milliarden Euro an Bürgschaften hat die Bundesregierung die HRE bisher gestützt und sie gegen verfassungsrechtliche Bedenken verstaatlicht. Ein Jahr nach der Verstaatlichung mussten die Steuerzahler im Herbst 2010 noch einmal 40 Milliarden Euro Staatsgarantien berappen. Um eine Vorstellung dieses Riesenbetrages von 150 Mrd Euro zu geben: Die mehr als 5 Millionen Hartz-4-Empfänger erhielten zusammen im letztgemeldeten Jahr 2008 mit 21,6 Mrd Euro ein Siebtel davon, und bei denen soll jetzt im Sparhaushalt gekürzt werden.

Doch wer waren eigentlich die bestimmenden Aktionäre der HRE, die dem deutschen Steuerzahler dies eingebrockt haben und den er noch einmal 8 Mrd Euro nachwerfen mußte, um die HRE zu übernehmen? Die Kleinaktionäre hielten Mitte 2008 vor Ausbruch der Krise gerade einmal 4,5 % der Anteile. Dagegen hielten 17 Großinvestoren, die fast alle ihren Sitz steuergünstig auf den Cayman-Inseln in der Karibik hatten 95,5 % (Abb. 16151, 16152, 16153). Der US-Großaktionär Christopher Flowers hatte erst im April 2008, nur einen Monat nach Eingang des ersten negativen Prüfberichtes der Bafin, auf den Cayman Islands die HRE Investment Holding L.P. gegründet, die dann im Juli bereits mehr als 16 % der Aktien der Hypo Real Estate Holding AG hielt. Offensichtlich hatte er die Aktien sehr billig erstanden und hatte nun in der Hoffnung auf die Unterstützung der HRE durch die Bundesregierung zum großen Geschäft kommen wollen. Doch für die meisten Cayman-Großaktionäre verliert sich die Spur im Inselsand.

Advertisements