Wer diesen Film gesehen hat, sieht vieles anders | „Kulturimpuls Grundeinkommen“ von Daniel Häni und Enno Schmidt

Mein ehemaliger Chef und langjähriger Freund Sepp Kusstatscher zählt zu den engagierten Verfechtern eines bedingungslosen Grundeinkommens. In seiner Zeit als EU-Parlamentarier ließ Sepp Kusstatscher sowohl im Beschäftigungs- und Sozialausschuss des Europäischen Parlaments, in der Fraktion der Grünen im EU-Parlament, aber auch in den Netzwerken zum Grundeinkommen, die in Europa immer stärker in Erscheinung treten – und auch in seinem Wahlkreis keine Gelegenheit aus, um für eine breite Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen zu werben. Auch als nunmehriger Co-Sprecher der Südtiroler Grünen bleibt Sepp Kusstatscher am Thema dran.

sepp kusstatscher - grundeinkommen EP - gespiegelt
Sepp Kusstatscher, hier bei einer Veranstaltung zum Grundeinkommen im EU-Parlament

Dem grünen EU-Parlamentarier aus Südtirol und seinen Kollegen ist es in der Amtsperiode 2004-2009 gelungen, im Plenum des EU-Parlaments eine Empfehlung des Sozial- und Beschäftigungsausschusses durch zu bringen, mit der die Europäische Kommission beauftragt wurde, im Rahmen einer Studie die Voraussetzungen für die Einführung eines Grundeinkommens zu untersuchen und entsprechende Berechnungen anzustellen.

Das ist ein wichtiger Schritt auf einem langen Weg, an dessen Ende ein faszinierender Paradigmenwechsel in der Sozial- und Wirtschaftspolitik stehen könnte.

Zum komplexen Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ gibt es einen umfangreichen Film, der in hundert Minuten Spielzeit einen guten Überblick über das Thema liefert.

Es handelt sich um das Film-Essay „Kulturimpuls – Grundeinkommen“, von Daniel Häni und Enno Schmidt. Daniel Häni betreibt in Basel das „unternehmen mitte“, laut Eigendefinition ein Kulturcafé. Der umtriebige Unternehmer mit der ausgeprägten sozialen Ader hat im Kommunikationskünstler Enno Schmidt einen kongenialen Partner gefunden. Gemeinsam haben sie mit ihrem Film-Essay einen wichtigen Grundpfeiler für die Kommunikation des „Jahrhundertprojekts Grundeinkommen“ geschaffen.

daniel häni und enno schmidt
Zwei, die sich gefunden haben – der Medienkünstler Enno Schmidt und der visionäre Unternehmer Daniel Häni

Besonders eingängig dargestellte Grafiken und sorgfältig und stimmig ausgewählte Statements von Fachleuten, aber auch vom „Mann am See“ oder der „Frau an der Kasse“ beleuchten die Thematik von allen Seiten. Der zwingende Schluss aus der konsequent verdichteten Argumentation besteht schlussendlich in der Forderung, die Einhebung von Steuern auf Konsumsteuern umzustellen und das Grundeinkommen als eine Art „negative Mehrwertsteuer“ auszuprägen, etwa im Sinne der von Nobelpreisträger Milton Friedmann angeregten „negativ taxes“, die im Amerika der späten Sechziger-Jahre des vorigen Jahrhunderts unmittelbar vor der Einführung standen und 1973 dann in einer abgeänderten Form eingeführt wurden, die in der Essenz eher dem Modell des „Kombilohnes“ entspricht.

Niederschwellig und in hoher Qualität im Internet zu sehen
Der Film kann in hoher Qualität im Internet angesehen werden. Auf der homepage des „Kultkino Basel“ kann der Film nicht nur angesehen, sondern auch kostenlos in verschiedenen Formaten herunter geladen werden.

Themenbezogener Blog
Zum Thema haben die kreativen Kommunikatoren unter www.grundeinkommen.tv/blog/ auch einen pfiffig gemachten Blog eingerichtet, der sich mit den wesentlichen Aussagen aus dem Film beschäftigt und Abschnitte davon heraushebt, um Einzelaspekte zu beleuchten.

Auch Booklet zum Downloaden
Das umfangreiche Booklet des Films kann hier vom Internet herunter geladen werden.

Advertisements

2 Kommentare zu „Wer diesen Film gesehen hat, sieht vieles anders | „Kulturimpuls Grundeinkommen“ von Daniel Häni und Enno Schmidt

Kommentare sind geschlossen.