Stoppt die rechten Krisentreiber! | Joseph Stiglitz in der Financial Times Deutschland

Joseph E. Stiglitz ist einer der wenigen Wirtschaftwissenschaftler von Weltformat, der weiß, welche Aufgaben seine Berufskategorie zur Zeit auf unverantwortliche Weise vernachlässigt: Anstatt Roß und Reiter zu benennen und aufzuzeigen, wer die Welt in die vielfältigen Krisen getrieben hat, die sich momentan regelrecht überstürzen, murmeln viele unserer hoch gelobten Elfenbeinturm-Insassen etwas von Sparen und irgendwelchen Anreizen für – hoffnungslos überreizte – Wirtschaftsakteure, die schon eindrucksvoll  bewiesen haben, dass sie als Wirtschaftsakteure absolut ungeeignet sind, wenn man mal von beeindruckenden Privatvermögen absieht.

Nicht so Stiglitz: In einem Beitrag für die Financial Times Deutschland zeigt Stiglitz mit einfachen Worten und ohne Pathos auf, wer die Verantwortung für das Finanz- und Wirtschaftsdesaster trägt und dass die als Patentrezepte gepriesenen Herumwursteleien von IWF, Regierungen und Zentralbanken eher das Zeug haben, die Krisen zu verschärfen, als eine Lösung herbeizuführen (Es wird wohl so sein, dass gewisse Herren ihre Schäfchen noch nicht im Trockenen haben…).

Nobelpreisträger Stiglitz hat sich auch in der Vergangenheit kein Blatt vor den Mund genommen und ist 2000 als Chefökonom der Weltbank zurückgetreten, weil er die Prämissen der Tätigkeit dieses unseligen Kapitalisten-Vorpostens nicht teilen konnte.

Im untenstehenden Artikel bleibt Stiglitz etwas vage, was seine Vorschläge für die Wege aus den Krisen betrifft und spricht etwas diffus über Wachstum, das gefördert werden müsse. Ich will ihm zu Gute halten, dass er damit nicht (nur) quantitatives Wachstum gemeint hat, gilt Stiglitz doch auch als Verfechter neuer Meßgrößen jenseits der für die Bewertung der Wirtschaftsleitung völlig ungeeigneten Sozialprodukte. Im Bericht der Stiglitz-Kommission (2009) weist er den Weg in neue Formen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

(FTD, auf das Bild klicken, um zum Beitrag von Joseph Sitglitz zu gelangen)

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