Empört Euch, überall! | Aufruf vom Max Benedikter zum 15. Oktober

Mein lieber Freund Max Benedikter ist vielfältig engagiert und hat einen eindrucksvollen Beweis seiner Zivilcourage geliefert, als die Regierung Berlusconi seinerzeit ein Gesetz erlassen hatte, nachdem Menschen, die sich illegal in Italien aufhalten und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, bei den Behörden angezeigt werden müssen. Er ist selbst Arzt und hat damals offen zum Boykott dieses Gesetzes aus humanitären Gründen aufgerufen und ein Ambulatorium betrieben, in dem bedürftige Menschen und MigrantInnen anonym behandelt werden (Mehr dazu: Sendung auf FREIRAD vom Januar 2009 – Cultural Broadcast Archive). Diese Initiative wurde mittlerweile in den öffentlichen Gesundheitsdienst integriert.

Ich kannte ihn damals noch nicht persönlich, spürte aber das Bedürfnis mit ihm Kontakt aufzunehmen, weil er mich in einer Radio-Reportage des Senders Bozen durch Zivilcourage, Menschlichkeit und freundliche Bestimmtheit enorm beeindruckt hatte. Irgendwie kam es nicht dazu und ich hatte erst im letzten Jahr Gelegenheit, ihn persönlich kennen zu lernen. Ich würde ihn als verwandte Seele bezeichnen und freue mich, dass ich ihn nun zu meinen Freunden zählen darf.

Max Benedikter hat nun – im besten Sinne des von mir so geschätzten Stéphane Hessel – einen Aufruf zum 15. Oktober verfasst, dem internationalen Tag der Empörung der Bürger, die – von den indignados in Spanien ausgehend – über den Verfall von Demokratie, Politik und Solidarität nachdenken und Wege in eine bessere, demokratischere und gerechtere Zukunft suchen.

Gerne veröffentliche ich den Appell auf meinem Blog und werde am 7. September in Bozen beim Vorbereitungstreffen dabei sein.

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Max Benedikter

Convocazione primo incontro organizzativo Assemblee popolari il 15 ottobre | Erste Einberufung zur Organisation von Volksversammlungen am 15. Oktober

Il 7 settembre alle 18.00 nella sala teatro del centro giovanile Via Vintola, in via Vintola 18, si svolgerà il primo incontro organizzativo della giornata mondiale indetta dai cosiddetti Indignados spagnoli. Anche se non siamo spagnoli e magari sceglieremo uno stile differente, abbiamo molto da indignarci.

Am 7. September um 18.00 Uhr im Theatersaal des Jugendzentrum Vintlerstraße, in der Vintlerstr. 18, findet das erste Treffen zur Vorbereitung der Veranstaltungen im Rahmen des internationalen Tag der spanischen Empörten statt. Auch wenn wir keine Spanier sind und möglicherweise einen anderen politischen Stil pflegen werden, haben wir trotzdem Gründe zur Empörung.

Durante questo incontro i partecipanti dovranno definire:

  • luoghi/città in cui si svolgeranno le assemblee popolari
  • le tematiche principali
  • la modalità di discussione e partecipazione durante le assemblee
  • lo stile di comunicazione politica dell’evento
  • le modalità di finanziamento
  • preparazione delle finalità degli eventi (documenti finali, prossimi incontri, iniziative solidali a livello europeo)

In diesem Treffen werden die Teilnehmer Folgendes definieren:

  • Orte/Städte in denen die Volksversammlungen stattfinden
  • Hauptthemen
  • Diskussions- und Partizipationsmodus in den Volksversammlungen
  • Politische Kommunikation der Vorbereitung und Veranstaltungen
  • Finanzierung
  • Vorbereitung und Ausarbeitung der erarbeiteten Resultate (Abschlussdokumente, weitere Veranstaltungen, solidarische und europäische Folge-Initiativen)

Tutti gli attori della società civile sono invitati. I rappresentanti istituzionali dei partiti possono rappresentare solo se stessi. Non saranno ammessi simboli di partito durante le assemblee popolari. L’iniziativa deve rimanere apartitica! Quello che conta sono i temi e le proposte dei cittadini e delle persone.

Alle Akteure der Zivilgesellschaft sind eingeladen. Die Vertreter der Parteien dürfen nur sich selbst vertreten. Es werden keine Parteisymbole bei den Volksversammlungen zugelassen. Die Veranstaltung muss parteilos bleiben! Was zählt sind die Vorschläge und Meinungen der Bürger und Personen.

E‘ auspicabile che a partire dal 7 settembre si formeranno gruppi di lavoro specifici (informatica, video e rete, logistica, finanziamento, preparazione tematica, mediazione partecipativa delle assemblee, intrattenimento e musica).

Es ist anzunehmen, dass am 7. September spezifische Arbeitsgruppen entstehen werden (mediale Vernetzung, Video und Medien, Logistik, Finanzierung, Themenvorbereitung, Diskussionsmoderation bei den Volksversammlungen, Unterhaltung und Musik).

La proposta iniziale per limitare il raggio d’azione tematico delle assemblee popolari è quella di definire due blocchi tematici distinti:

cause apparenti e possibili conseguenze delle privatizzazioni dei beni comuni – crisi finanziaria, crisi del debito degli Stati europei, rispetto del voto popolare dei referendum del 12-13 giugno, resistenza popolare alle privatizzazioni dei servizi pubblici in Sudtirolo.

democrazia sana – a quali livelli è necessaria più partecipazione, l’iniziativa della Democrazia Diretta al secondo anniversario del voto referendario, antipolitica, questione morale e movimento popolare in Sudtirolo.

Questa proposta non è in alcun modo blindata! Vuole essere un incentivo alla discussione in rete prima del incontro del 7 settembre.

Um den Diskussionsradius überschaubar zu halten, beschränkt sich der erste Vorschlag auf zwei Themenblöcke:

Angebliche Gründe und mögliche Folgen der Privatisierung von öffentlichen Diensten – Finanzkrise, Schuldenkrise der Staaten, Achtung des Volksentscheid am 12-13 Juni, Bürgerwiderstand gegen Privatisierung in Südtirol.

Gesunde Demokratie – auf welchen Ebenen brauchte es mehr Partizipation, die Initiative der Direkten Demokratie am zweiten Jahrestag der Volksbefragung, Antiberufspolitik, die moralische Frage und das Verhältnisse zu den Bürgerbewegungen.

Dieser Vorschlag ist absolut nicht bindend! Er soll ausschließlich der Diskussion im Netz bis zum 7. September dienen.

Ci organizzeremo nella rete e ci abbracceremo il 7 settembre! Sudtirolo InMovimento!

Wir organisieren uns im Netz und umarmen uns am 7. September! Südtirol InBewegung!

Max Benedikter

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