Obama hat Verständnis für den Protest gegen die Finanzmärkte | Warum unternimmt er dann nichts?

So wie bei uns lokale Zeitungsgrößen, Handelskammerpräsidenten und nach Weltrekorden strebende Tunnelbauer ins Licht der Bannerträger der öffentlichen Nachhaltigkeitsdebatte drängen, gibt es jetzt weltweit immer mehr bedeutende Köpfe, die über die Tücken unseres Finanzsystems nachdenken und „Verständnis“ für die Proteste aufbringen, die nun allenthalben aufkeimen. Einer der prominentesten „Neu-Erleuchteten“ ist Barack Obama.

So kann man es heute unter anderen auf ZEIT online lesen:
(Quelle: ZEIT online, auf das Bild klicken, um zum Artikel zu gelangen)

Die erste Frage ist die, ob es nicht ein geheucheltes Verständnis ist, um ja nicht als Verbündeter der verhassten Bank-Lobby ins Kreuzfeuer der Protestwelle zu kommen und um dieser die Spitze zu nehmen. Warum sollte ich protestieren gehen, wenn sogar Mister President das Problem erkannt zu haben scheint?

Die zweite Frage, die sich aufdrängt, wenn Frage eins verneint werden soll, ist jene, was denn diese verständnisvollen Menschen den ganzen Tag über so machen. Mit jeder Sauerei, die aus dem Bankensumpf an die Öffentlichkeit dringt, ist auch ein fast schon gebetsmühlenartiges Wiederholen der Aussagen verbunden, der Finanzsektor sei stärker an die Leine zu nehmen, die wilden Geschäfte, die nicht mal jene durchblicken, die sie machen, seien zu reglementieren.

Passiert ist wenig, die Banken schalten und walten weiter wie sie wollen und können gar nicht genug Scheiße bauen, um nicht doch noch auf Steuergeld zählen zu können, wenn sie durch ernüchternde Bilanzen und gewaltigen Bauchplatscher auf den Boden der Realität zurückgeholt werden.

Nun wird ja schon darüber nachgedacht, ob es nicht billiger ist, die in Griechenlands Schuldenberg drinhängenden Banken direkt mit Steuergeld zu stützen und Hellas hops gehen zu lassen, anstatt den Umweg zu den Banken über ein marodes Land zu beschreiten. 

(Quelle: SPIEGEL online, auf das Bild klicken, um zum Artikel zu gelangen)

Denn wenn die Banken leiden, leiden Bänker. Und Bänkerleiden sind ungleich schmerzhafter als wenn die Steuerzahler bluten. Diese Logik haben wir mittlerweile akzeptiert. Oder?

Advertisements