Piratenpartei in Südtirol? | Erstes Treffen in Bozen

Heute Abend hat im Theatersaal des Jugendzentrums in der Vintler Straße in Bozen ein erstes Treffen stattgefunden, das sich mit der Frage der Gründung einer Piratenpartei in Südtirol beschäftigt hat. Die Versammlung war über Facebook verabredet worden, wo eine Seite betrieben wird, der sich mittlerweile 900 Mitglieder angeschlossen hatten.

Die Erwartungen der Promotoren, in erster Linie Günther Mair und Matthias Summerer waren hochgeschraubt und sind nicht eingetreten. Anstatt des erwarteten Ansturms hatten sich 20 bis 30 Interessierte im Theatersaal eingefunden, um über die mögliche Gründung eines Südtiroler Ablegers der Piratenpartei zu befinden.

So präsentiert sich die Piratenpartei Südtirol auf Facebook

Ich habe als interessierter Beobachter an diesem Treffen teilgenommen und halte die Teilnahme und die Debatte für eine erste Versammlung für gar nicht so schlecht. Spannend und neu war, dass der Abend über einen Livestreamserver per Video ins Internet übertragen wurde, wo weitere 30 bis 40 Personen daran teilnahmen und sich an einem Chat beteiligten, der über eine Leinwand in den Versammlungssaal projiziert wurde.

Die anwesenden Teilnehmer schilderten kurz ihre Beweggründe für ihr Kommen und es wurde deutlich, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich von der klassischen Parteienlandschaft nicht angesprochen fühlt, vor allem junge und internetaffine Menschen, von denen einige erschienen waren.

Im Laufe der Sitzung wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die kommunikationstechnische Grundentscheidungen vorbereiten soll. Weiters wurde vereinbart, dass bis auf weiteres keine offiziellen Vertreter bestimmt und keine formellen Pressestatements abgegeben werden sollen. Mit dem Internet habe man ja einen Kanal, der auch für Journalisten zugänglich ist.

Thomas Sigmund, der zu den ersten Promotoren der Piratenpartei in Südtirol zählt und Inhaber einer entsprechenden Domain ist, erklärte, in den Hintergrund treten zu wollen und wird die Zugangsdaten zur FB-Seite und die Domain an die soeben gegründete Arbeitsgruppe abtreten.

Die weitere Arbeit soll nun über Facebook laufen, bzw. auf weitere Internet-Kanäle ausgedehnt werden und dabei soll auch festgelegt werden, wann und wo das nächste Treffen stattfinden wird.

Der Weg zur Partei ist noch ein weiter. Schon unter „normalen“ Umständen ist es sehr schwer und energieintensiv, ein politisches Subjekt zum Erfolg zu führen. In Südtirol kommt ein zementiertes politisches System ohne Wechselperspektive, ein stark SVP-lastiges Medien-, Wirtschafts- und Gesellschaftssystem und die in der Praxis sehr komplizierte Frage des Umgangs mit den verschiedenen Sprachgruppen hinzu.

 

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