Wahl zwischen Pest und Cholera? | Diskussion über die Erwartungen an Mario Monti

Auf Facebook findet eine lebhafte Diskussion statt, ob es gerechtfertigt ist, Mario Monti als Vertreter der Hochfinanz zu kritisieren oder ob Monti nicht vielmehr die einzige und letztmögliche Rettung für Italien ist.

 

Dazu fallen mir folgende Überlegungen ein:

Ich finde es ausgesprochen tragisch, dass wir gewissenlosen Geldvermehrern ohne realwirtschaftlichem Hintergrund so in die Hände gespielt haben, dass wir jetzt anscheinend nur mehr die Möglichkeit haben, entweder:

a) mit Mann und Maus unterzugehen, oder:

b) die Leute, die uns das eingebrockt haben, weiter machen zu lassen.

Hier wird die Situation so dargestellt, wie wenn es nur die Wahl zwischen Pest und Cholera gäbe.

Stimmt das überhaupt? Wer hat den Schaden, wenn unser unzulängliches und fehleranfälliges Wirtschaftssystem nur wirklich implodieren würde? Gibt es überhaupt noch einen Ausweg ohne Implosion? Ist es nicht so, dass gerade das Weitermachen nur die einzige Funktion hat, dass die, die sich das System zurechtgeschnitzelt haben, die Schäfchen ins Trockene bringen und dann sowieso der Crash unvermeidlich wird (allerdings crasht es dann nach den Planungen der Hochfinanz…)?

Das sind die Fragen und nicht, ob das Sterben an Pest oder das Sterben an Cholera angenehmer ist!

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