Wer bekommt die silberne Kraxe? | Der „Alternative Bürgerpreis Südtirol“ wird am 17. November erstmals vergeben

Die ARTbrothers kraxntrouga verleihen am 17. November erstmals „Die Silberne Kraxe“, in Erinnerung an Georg Engl (1951-2011). Damit wollen Sie darauf aufmerksam machen, dass nicht (nur) jene, die in der Öffentlichkeit stehen die soziale, politische und kulturelle Entwicklung einer Gemeinschaft prägen, sondern dass viele Bürgerinnen und Bürger, die im Verborgenen wirken, die wahren Katalysatoren dieser Entwicklungen sind.

Feierliche Übergabe
Die feierliche Übergabe des „Alternativen Bürgerpreises 2011 – Die silberne Kraxe“, findet am Donnerstag, den 17.11.2011, um 17.30 Uhr in Bozen statt. Der Ort der Verleihung ist der Pressesaal der Journalistengewerkschaft, Wangergasse 22.

Dabei werden drei BürgerInnen ausgezeichnet, die anwesend sein werden.

Alle Interessierten sind herzlich zur Übergabe eingeladen.

Eigene Webseite
Für den „Alternativen Bürgerpreis 2011 – Die silberne Kraxe“ wurde eine eigene homepage eingerichtet: www.buergerpreis.info.

Der Hintergrund
Getreu ihrer künstlerischen Vision, dass Kunst und Künstler einen Beitrag für eine demokratische, offene und zukunftsfähige Gesellschaft leisten sollen, haben Armin Mutschlechner und Luis Seiwald den „Alternativen Bürgerpreis Südtirol – Die silberne Kraxe“ ausgelobt, um die zentrale Bedeutung des Beitrages der Zivilgesellschaft auf diesem oft steinigen Weg zu unterstreichen.

Die Kraxe, die bei der Arbeit der beiden Künstler als traditioneller Tragebehelf im Mittelpunkt steht und die Menschen auch Lasten aufbürden kann, die an die Grenze ihrer Leistungsmöglichkeiten gehen, eignet sich auch als Bild für das Engagement im Verborgenen. So wurde die silberne Kraxe zur „tragenden“ Metapher für den Anerkennungspreis der Kraxntrouger. Kaum verhohlen auch der Wunsch, die Last der Arbeit auf eine zunehmende Anzahl von Kraxen zu verteilen, die aus der Mitte der Gesellschaft heraus angeboten werden und die jede/n daran erinnern, selbst seinen/ihren Anteil an der Last zu übernehmen.

Georg Engl | 6.4.1951-27.3.2011
In Terenten/Pustertal geboren. Bauarbeiter, Lehrer, Schriftsetzer, Lektor, Gründer der Südtiroler Autorenvereinigung und der Literaturzeitschrift „Sturzflüge“, welche Engl langjährig als federführender Herausgeber leitete. Der Binter-Jörg, wie er in seinem Heimatdorf genannte wurde, war Verfasser von Kurzprosa, Gedichten und Literaturkritiker.

Im Buch „Besetzte Landschaft“ (Skarabäus, 2003) thematisierte Georg Engl in spitzen und präzisen poetischen Bildern den Raubbau an der Landschaft, den Bauboom, den Fremdenverkehr und die sich ausbreitende Isolation der Menschen. Er war ein Mensch, der stets ohne viel Aufhebens ans Werk gegangen ist.

Die ARTbrothers kraxntrouga
Die „ARTbrothers kraxentrouga“ Luis Seiwald (Gsies) und Armin Mutschlechner (Mühlbach) sind die Dioskuren der Südtiroler Kunstszene. In gemeinsamen Auftritten entwickeln sie originelle Kooperationen, die Kunst – meist im öffentlichen Raum – als sozialen Akt begreifen.

In den letzten 14 Jahren haben sie im Rahmen von 55 Aktionen und Installationen die gesellschaftliche und politische Entwicklung Südtirols kommentiert und schaffen es immer wieder, Themen und Anliegen im wahrsten Sinne des Wortes zu „verkörpern“.

 

 

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