Wo war Herr Laimer in den letzten Jahren? | Klartext von Karl Rainer bei „Ansichtssache“ im Sender Bozen der RAI

Die Ausgabe der Radioreihe „Ansichtssache“ vom 25. November im Sender Bozen der Rai hatte es in sich: Judith Bertagnolli hatte Landesrat Michl Laimer, den ehemaligen Spitzenbeamten Karl Rainer, Katja Rainer von der Jungen Generation in der SVP und die Personalberaterin Sigrid Strobl zur Diskussion geladen.

Mich frappiert immer wieder die Kaltschnäuzigkeit von Michl Laimer, der jetzt so tut, als sei er erst vor drei Tagen eingesetzt worden, um bei der SEL aufzuräumen und als ob er nichts mit dem Sauhaufen zu tun hätte, den er „vorgefunden“ hat. Der „Neustart“ wird zur Generalabsolution hochstilisiert, mit keinem Wort geht Laimer darauf ein, wer die Verantwortung für diese unapettitliche Situation hat. Es wäre ein Armutszeugnis für unser Land, wenn Laimer mit dieser hanebüchenen Argumentation durchkäme. Er muss entweder zurücktreten oder glaubhauft nachweisen, wie die Dinge wirklich stehen und den Allesmacher, Alleswisser und Alleskönnen Durnwalder an seine Verantwortung erinnern.

Da ist Karl Rainer schon wesentlich klarer. Er verkörpert den anständigen Beamten und weist im Gespräch mit schneidender Deutlichkeit nach, wie stümperhaft bei uns die Politik vorgeht. Was mitschwingt ist allerdings auch eine gewisse Bitternis darüber, dass die Beamten-Kollegen sich dieses forsche Verhalten gefallen lassen. Die Aussagen von Karl Rainer machen für mich diese Diskussionssendung zu einem historischen Dokument, denn sie entlarven auch, dass man auf Beamtenebene sehr genau wusste, dass es nicht legal ist, den Landtagsabgeordneten die SEL-EDISON- und die SEL-ENEL-Verträge vorzuenthalten.

Es wirkt nachgerade jämmerlich und peinlich, wie der Landesrat versucht, die Person von Karl Rainer ins Lächerliche zu ziehen, um sich nicht seinen Argumenten stellen zu müssen.

Die beiden anderen Gesprächsteilnehmer spielen nur eine kleine Nebenrolle.

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