Max Leitner – ein Opfer der Justiz? | Nein, dieser Fall eignet sich nicht für Mythenbildung

Die „Neue Südtiroler Tageszeitung“ hat einen Internet-Auftritt, von dem ich bisher gar nichts wusste. Das ist gut und wird von mir zukünftig mit einem Hinweis-Widget auf ZigoriMedia gewürdigt, auch wenn der Inhalt der homepage (noch?) recht dürftig ist.

Heute ist der Tageszeitung in richtiger Scoop gelungen: Sie hat ein Video von Max Leitner zugespielt bekommen und auf die homepage gestellt. Max Leitner schildert darin seine Situation und wendet sich auch an Staatspräsident Napolitano, um ihn um seine Begnadigung zu bitten.

Leitner wirkt wirr und krank, er soll aber auch ein grandioser Schauspieler sein. Seine „Argumente“ sind durchaus erwägenswert, wenn er beispielsweise Bezug auf den Fall des jungen Burschen im Pustertal eingeht, der eine alte Frau vergewaltigt und getötet hat und der nun wieder auf freiem Fuss ist. Oder wenn er sich auf den Fall im Sarntal bezieht, wo ein Mann vor kurzem seine Schwiegermutter erschlagen hat und sich auf freiem Fuss befindet.

Max Leitner hat es sich aber wohl selbst zuzuschreiben, wenn er nicht und nicht aus den Klauen der Justiz kommt. Es war w0hl nicht nur der Freiheitsdrang sondern auch eine gehörige Portion Selbstüberschätzung dabei, wenn Leitner in den Jahren, in denen er noch fit war, sein Image als Ausbrecherkönig pflegte.

Leitner mag einem Leid tun, wir sollten aber nicht vergessen, dass er ein sehr gefährlicher Räuber war, der mit seinen Kumpanen bei den Raubzügen auch viel und scharf geschossen hat. Die Geschichte eignet sich nicht für eine Robin-Hoodiade, auch wenn es nicht so wenige Leitner-Fans gibt, die sich letzthin outen.

Leitner ist nicht ein Opfer der Justiz sondern seiner selbst.

(Quelle: http://www.tageszeitung.it)

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