Der Reiz der (nicht immer so privaten) Privatwirtschaft | Gute Gehälter – auch für Teilzeitjobs!

(erschienen auf www.bbtnews.wordpress.com)

Wenn die Frage auftaucht, warum der Südtiroler Landeshauptmann mehr verdient als Faymann, Merkel oder Obama, wird immer wieder darauf verwiesen, dass so tüchtige Menschen wie Luis Durnwalder in der Privatwirtschaft wesentlich mehr verdienen könnten. Es stellt also eher ein Opfer dar, sich als Landeshauptmann mit einer mageren Entschädigung abspeisen zu lassen, anstatt in der Privatwirtschaft so richtig gut zu verdienen.

In der Tat lässt es sich in der Privatwirtschaft besser verdienen, als im tristen Jammertal in und rund um das Landhaus 1. Auch wenn diese Wirtschaft so privat gar nicht ist, wie zum Beispiel die BBT SE, die zwar eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts ist, die aber – seit es mit der fabelhaften Public-Private-Partnership nicht geklappt hat – zur Gänze aus öffentlichen Mitteln finanziert werden muss.

Wie viel verdient beispielsweise der Geschäftsführer, bzw. Vorstand der BBT SE für den österreichischen Teil, Konrad Bergmeister?

Nun, wieviel er zur Zeit verdient wissen wir nicht. Aber wir wissen, wieviel es 2007 und 2008 waren. Es gibt in Österreich nämlich die segensreiche Einrichtung des Einkommensberichtes des Rechnungshofes, bei dem ein besonderes Augenmerk auf jene Spitzenmanager gelegt wird, die mehr verdienen als der Bundeskanzler.

Und zu denen gehört auch der oberste BBT-Bauer in Österreich, Konrad Bergmeister. Dem Bericht des Rechnungshofes entnehmen wir, dass Bergmeister im Jahr 2007 rund 339.200.- Euro verdient hat, wie man dieser Aufstellung entnehmen kann, in der zwar keine Namen aufscheinen, die Zuordnung aber nicht gar so schwer ist, zumal ja bekannt ist, wer all diese Spitzenpositionen bekleidet.

Und hier die Aufstellung für das Jahr 2008. In dem waren es schon nur mehr 326.500.- € für Bergmeister. Es schaut so aus, als ob die Finanzkrise 2008 voll auf das Gehalt des BBT-Vorstandes durchgeschlagen hätte.

Gottseidank ist der Rettungsanker der Uni-Professur an der Universität für Bodenkultur in Wien noch da, die Konrad Bergmeister innehat. Und weil man ja weiß, wie dünn die Luft in diesen schwindelerregenden Managerhöhen ist und es sich auch in Österreich herumgesprochen hat, dass der BBT vielleicht gar nicht gebaut wird, ist Bergmeister im April 2010 auch die Präsidentschaft der Freien Universität Bozen zugewachsen, die mit 80.000.- Euro Entschädigung im Jahr dotiert ist.

Und da gibt es auch noch das Ingenieurteam Bergmeister in Vahrn. Konrad Bergmeister hat zwar verschiedentlich erklärt, formell aus dem Unternehmen ausgestiegen zu sein. Seine Mitwirkung im Team ist aber weiterhin gegeben und wird auch gerne nach außen hin dargestellt, wie man der Homepage des Ingenieurteam Bergmeister entnehmen kann.


Ausgestiegen oder noch im Mittelpunkt? Die Homepage des Ingenieurteam Bergmeister lässt keinen Zweifel aufkommen

Natürlich ist auch die Frage berechtigt, in welchem Maß ein Gründer, Namensgeber und Nach-wie-vor-Mittelpunkt Konrad Bergmeister als „Aussteiger“ einer Gesellschaft bezeichnet werden kann, wenn er jederzeit wieder „einsteigen“ kann, wie dies häufig in den Gesellschafterverträgen geregelt ist.

Vor diesem Hintergrund dürften auch die 250.000.- Euro verschmerzbar sein, die Konrad Bergmeister nach einem Urteil des Rechnungshofes aus dem Jahr 2006 als Schadensersatz an seinen ehemaligen Arbeitgeber, die Brenner Autobahn AG, bezahlen musste. Der Rechnungshof sah es als erwiesen an, dass Präsident Willeit, Generaldirektor Bergmeister, Rechtsberater Ziernhöld und der technische Direktor Villa bei der Vergabe von Aufträgen für die Brenner Autobahn durch die Auswahl des Unternehmens „Bilfinger Berger“ nach einer Reihe von Verfahrens-„Fehlern“ einen Schaden von über einer Million Euro angerichtet hatten. 850.000.- davon mussten sie bezahlen, Bergmeister kam mit 250.000.- Euro zum Handkuss. Bilfinger Berger wird das sicher nicht vergessen haben. Das international tätige Großunternehmen, das zur Zeit unter anderem auch beim Bau des Gotthardtunnels tätig ist, taucht natürlich im Zusammenhang mit Eisenbahnprojekten und Tunnelbauten in der ganzen Welt immer wieder auf.

Im Sommer 2012 läuft Bergmeisters Vertrag als BBT-Vorstand für den österreichischen Teil aus. Er will sich wieder um die Stelle bewerben.

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