Wolf im Schafspelz? | Der nette Herr Minniti und seine neuen Kollegen

Im Mai 2011 hat Südtirol einen neuen Landtagspräsidenten bekommen. Es handelt sich um den Rechtspolitiker Mauro Minniti, der mit den Stimmen der SVP zum hohen Amt kam. Sein Gegenkandidat Riccardo Dello Sbarba hatte gegen Minniti keine Chance. Das Parteikalkül der Südtiroler Volkspartei schätzt einen autonomiekritischen Vertreter der italienischen Rechten, der die entsprechende „Flexibilität“ aufweist höher ein, als den versierten Autonomieverfechter Riccardo Dello Sbarba, der bereits einmal als Landtagspräsident gute Arbeit geleistet hat. Zu gute, vermutlich, denn in der SVP gilt das als allererstes Gebot: Du sollst keine anderen guten Politiker kennen außer die Brüder und Schwestern im Edelweiss.

Minniti Durnwalder
Mauro Minniti trifft als Präsident des Südtiroler Landtags mit Landeshauptmann Durnwalder zusammen (Juni 2011)

In den nächsten Tagen wird Mauro Minniti seinen Rücktritt von diesem Amt formalisieren, zumal er sich einer neuen politischen Formation von Francesco Storace angeschlossen hat, der sich mit der Partei „LA DESTRA“ an den anstehenden Parlamentwahlen beteiligen will. Storace gilt als rechter Hardliner, der über den MSI (Movimento Sociale Italiano, das waren erklärte Neofaschisten) und die daraus hervorgegangene ALLEANZA NAZIONALE zu hohen Parteiämtern, politischen Funktionen in der Region Latium und zum Gesundheitsminister im Kabinett Berlusconi III hinaufgearbeitet hatte. Als er mit dem seiner Ansicht nach zu weit in die politische Mitte hineindrängenden AN-Vorsitzenden Gian Franco Fini überwarf, gründete Storace die Partei mit dem programmatischen Titel „LA DESTRA“.

Minniti kehrt damit in den Schoß der radikalen italienischen Rechten zurück. Einer seiner neuen „Kollegen“ und Parteigenossen ist der mit faschistischer Attitüde auftretende Umberto Vattani, der nach Auftritten als Musiker bei Veranstaltungen der neofaschistischen „Kulturorganisation“ CASA POUND von seinem Posten als italienischer Konsul in Osaka abberufen wurde.

Auch in Südtirol rüstet CASA POUND auf, vermutlich mit Unterstützung des zur Zeit noch amtierenden und mit den Stimmen der SVP gewählten Landtagspräsidenten.

Hier ein Artikel über den Parteigenossen von Mauro Minniti aus dem „Fatto Quotidiano“ (auf das Bild klicken, um zum Artikel zu gelangen):
Vattani fatto quotidiano

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2 Kommentare zu „Wolf im Schafspelz? | Der nette Herr Minniti und seine neuen Kollegen

  1. Wenn erlaubt, möchte ich hier ein paar Videos einstellen, die etwas Klarheit in das ganze Geschehen bringen.

    Da es um unser aller Zukunft geht, ist es wichtig den Aufbau des derzeitigen Systems zuverstehen, damit überhaupt etwas verändert werden kann.

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