Ein Aufbruch der besonderen Art | Francesco Palermo kandidiert für den Senat

Für mich war es die bei weitem beste Nachricht aus der Politik, die mir in den letzten Monaten untergekommen ist: Francesco Palermo wird im Senatswahlkreis Bozen-Unterland für den PD und die SVP kandidieren.

Francesco Palermo 700px
Ein brillanter Kopf, ein profilierter Verfassungsrechtler, der Typus des modernen Südtirolers: Francesco Palermo

Ich halte die Kandidatur des profilierten Verfassungsrechtlers für einen Quantensprung in der Südtiroler Politik, dem PD ist hier ein genialer Schachzug gelungen, wohl auch im Bewußtsein, mit der Kandidatur Palermos auf einen sehr breiten Konsens unter allen Südtiroler politischen Akteuren zählen zu können. Vor allem Südtirols Grüne dürfen sich von Francesco Palermo Aufmerksamkeit und weitgehende Übereinstimmung in vielen gesellschafts- und autonomiepolitischen Fragen erwarten und haben in der Vergangenheit verschiedentlich den eloquenten 43-Jährigen für politische Funktionen ins Gespräch gebracht.

Ich hatte bereits vor rund fünfzehn Jahren Gelegenheit, den brillanten Kopf Palermo kennen zu lernen und war seither immer angetan von seiner verbindlichen Art, der unangreifbaren und mit freundlicher Entschiedenheit vorgebrachten Sachkenntnis, aber auch von seiner Bereitschaft, anderen Menschen mit Interesse zuzuhören und sich auf engagierte Debatten einzulassen.

Die SVP geht mit der Kandidatur des parteipolitisch unabhängigen – wiewohl politisch positionierten – Bozner Verfassungsrechtlers ein gewisses Risiko ein, das aber auch den Kern einer wirklichen und überfälligen Erneuerung in sich birgt.

Francesco Palermo steht für mich für ein neues Südtirol, an dessen Entstehen ich mich gerne beteilige: Eine offene und selbstbewußte Gesellschaft mit Menschen verschiedener Sprache und Herkunft, die wieder Verbindendes entdeckt und in der die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sprachgruppe kein für was auch immer qualifizierendes Merkmal mehr ist. Mit selbstbestimmten Menschen, die Interesse aneinander haben, die eine Identität finden, für die sie keine politisch verstärkte Notlage herbeisehnen und –reden müssen.

Palermos kritische Einstellung zur ethnischen Trennung ist bekannt. Er hat auch heute Morgen im Sender Bozen wieder betont, dass er nicht zwischen Menschen verschiedener Sprachgruppen unterscheidet. Selbst perfekt zweisprachig (und natürlich als Lektor an amerikanischen Universitäten darüber hinaus auch des Englischen auf akademischen Niveau kundig), verkörpert er für mich den Typus des modernen Südtirolers, dem durch seine Kandidatur Sichtbarkeit und Bedeutung zugemessen wird.

Ein Aufbruch. Ich freue mich.

Advertisements

4 Kommentare zu „Ein Aufbruch der besonderen Art | Francesco Palermo kandidiert für den Senat

  1. Francesco Palermo’s PD-SVP-Kandidatur ist eine Sternstunde für Südtirols Politik! Die Systemkrise trägt auch auf diese Weise ihre Früchte, allem Ende wohnt ebenso ein Anfang inne… Besser hätte das politische Zwanzigdreizehn wohl nicht beginnen können. Die Kritik von rechts und vom Anzeigenblatt spricht Bände. Zwar sollten wir keine Heilserwartungen an FP richten, ihm aber den bestmöglichen Erfolg in unser aller Interesse wünschen!! Evviva il Sudtirolo interetnico!

  2. Bin auch hocherfreut über den PD-SVP(GRÜNEN) Gemeinschaftskandidaten
    Francesco Palermo.
    Und, natürlich haben die deutschen RechtsParteien Angst, vor solchen Sprachgruppen
    VERBINDENDEN Kandidaten, da sie selbst dann ENDLICH in die Bedeutungslosigkeit ab-
    driften werden!
    Das ist unsere zeitgemäße Südtiroler- und Europäische Zukunft. Wünsche viel Erfolg!!!

  3. Fantastico. Diesmal bietet diese Wahl ja tatsächlich eine Wahl!
    Über den unterschwellig negativen Artikel in der Dolomiten von Heute (Seite 13) kann ich nur den Kopf schütteln, genauso wie über dem Verständnis der BürgerUnion: „Die SVP verkauft nun für ein paar Posten die Stimmen eines ganzen Tales an Rom. Dies ist italienische Politik in Reinkultur” so das Leitungsmitglied der BürgerUnion, Dietmar Zwerger in einer Aussendung der Partei.(…)“

    Genau darum (Postenschacherei und Verkauf der (Heimat?)Stimmen) geht es bei diesem Kandidaten nicht. Es geht wirklich um Erneuerung, um ein mehrsprachiges, modernes Südtirol, in dem sich die heutige südtiroler Zivilgesellschaft wiederfinden kann. Und in dem die Zugehörigkeit zu einem Bezirk, Tal, oder Sprachgruppe einfach keine Rolle mehr spielen darf. Den Verkauf von Stimmen mokieren, das schon ist Rückwärtsgewandheit in Reinkultur.

    1. Mal sehen wie sich der laut Lobis: „Selbst perfekt zweisprachige (und natürlich als Lektor an amerikanischen Universitäten darüber hinaus auch des Englischen auf akademischen Niveau kundig), für mich den Typus des modernen Südtirolers,verkörpernde…..
      “ in Zukunft verhalten wird. Bei seiner Vorstellung im Fernsehen sah ich einen Typus der „IN DIE POLITIK AUFSTEIGT“. Ob er es auch, wie mein Politikeridol Sandro Pertini, schafft ohne Starallüren als Politiker zum Volk „HINUNTERZUSTEIGEN“ dem Volk zu dienen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s