Pferdefleisch und gegrölte Heimatliebe | Etikettenschwindel hoch zwei

(Matthias Ziegenhain, motor.de) Aktuell kursiert mal wieder ein Lebensmittelskandal durch die Medienlandschaft, der Aufschrei fällt – wie gewohnt – mit gehöriger Entrüstung aus. Tausende Packungen Lasagne-Bolognese verschwinden derzeit aus den Tiefkühlregalen, weil sie mit nicht-deklariertem Pferdefleisch gestreckt wurden. Klassischer Etikettenschwindel, doch ebendiesen gibt es auch in der Popkultur.

Die Pferdefleisch-Lasagne der Stunde hört hier auf den Namen Frei.Wild, die Rezeptur ist im Grunde simpel. Man nehme rechtskonservative bis nationalistische Inhalte, schwenke ein wenig die Gegen-Nazis-Flagge und verkaufe diese dennoch überaus bedenklichen Aussagen dann unter dem Banner der „Normalität“ oder gar „Wahrheit“. Frei.Wild machen Alltagsrassismus salonfähig und sprechen sich gleichzeitig geschickt gegen Extreme aus. Aber mal ehrlich, zwischen links- und rechtsextremistisch gibt es eine Menge Spielraum und eben jenen Bereich kurz vor ziemlich rechts besetzen die Südtiroler gänzlich ungeniert. Hinzu kommt eine ausgebuffte Strategie, oder vielmehr Totschlags-Argumentation gegen etwaige Kritik jeglicher Art.

Zur ganzen Kolumne auf motor.de

Ich habe mich an Brixens Bürgermeister gewandt und ihn gebeten, von einer weiteren Glorifizierung von Frei.Wild abzusehen. Nach der ersten Ausladung von Frei.Wild bei einem großen Konzert könnte die Anerkennung der Brixner Grölrocker sich als Schuss in den PR-Ofen erweisen.

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