Die Debatte um Frei.Wild | Ein Zwischenruf

Ich finde die aktuelle Debatte um die Deutschrock-Band Frei.Wild sehr spannend und es ist wichtig, dass sie geführt wird. Wir loten gerade gemeinsam aus, wo rechtsradikales Gedankengut beginnt und wie es sich auswirkt.

Wir kommen auch wieder auf den traurigen Umstand zu sprechen, dass sehr viele SüdtirolerInnen sich nur über den aus politischem Opportunismus eingeimpften Opferstatus wahrnehmen (können) und dass unsere Nabelschau und die nicht aufrecht zu erhaltende „Sondersituation“ den Blick auf das große Ganze vernebelt.

Frei.Wild suchen die Bühne, die Öffentlichkeit, für ihre rudimentäre Musik, ihr martialisch-machistisches Gehabe und ihre kruden Texte. Und wenn jemandem das nicht passt, hat er/sie das sakrosankte Recht, die Öffentlichkeit zu suchen und zu sagen: „Hört mal Leute, ich möchte das so nicht stehen lassen, was die da verbreiten!“ Das ist der Kern gesellschaftlicher Dialektik und kultureller Entwicklung.

Letztendlich führt uns die notwendige Polemik wieder an den Ausgangspunkt zurück, der in der Südtiroler Gesellschaft nicht geklärt ist und dort schwärt: Wer sind die „richtigen“ SüdtirolerInnen? Kann man „Linke, Gutmenschen, Verräter“ aus dem Land werfen? Ist Heimat ein Stück Land, von dem man jene verweisen kann, die einem nicht ins (enge) Weltbild passen?

Wenn wir an diese Themen endlich drankommen und neue Deutungen für „Heimat“ finden, war diese ganze Debatte mindestens nicht umsonst.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s