Wie fährt sich so ein Hybrid-Auto? | Seit heute weiß ich es

Wer mich ein bißchen kennt, weiß, dass ich absolut kein Autofreak (mehr) bin. Ich hatte in den letzten Jahren längere Zeit kein Auto und nun, da ich aus Arbeitsgründen auf ein Fahrzeug angewiesen bin, fahre ich einen braven alten Passat fertig. Hoffentlich hält er noch eine Weile.

Heute hatte ich allerdings ein Erlebnis, das mich noch von meiner Auto-Indifferenz abbringen könnte. Ich war bei Herrn Genetti zu Besuch, der in Meran ein kleines Autohaus betreibt, in dem er Fabrikate der Marken Toyota, Lexus und Suzuki anbietet. Nach einem Arbeitsgespräch kam die Rede auf die Hybrid-Angebote von Toyota und Herr Genetti zeigte mir den Yaris Hybrid, der mich vor allem von der Verarbeitung her und mit seinem für einen Kleinwagen der Polo-Klasse sehr großzügigen Innenraum ziemlich beeindruckte.

Anschließend lud mich Herr Genetti auf eine Probefahrt mit dem neuen Prius Hybrid Plug in ein, das ist eine Weiterentwicklung des Hybrid-Prius, der nun auch mit Haushaltsstrom aufgeladen werden kann und mit einer Ladung von rund zwei Stunden Dauer 25 bis 30 km rein elektrisch fährt.

Lukas Genetti Prius 600px
Lukas Genetti zeigt den Toyota Prius Hybrid Plug in, der sich als außerordentlich angenehm zu fahrendes Auto entpuppt

Das Fahrgefühl war überraschend angenehm. Der Wagen rollt zügig und nahezu lautlos an und liegt auch wegen des Gewichts der Batterien, die vor der Hinterachse eingebaut sind, sehr gut auf der Straße. Der Wagen reagiert zügig auf das Gaspedal und wenn es schnell gehen soll und das Gaspedal durchgetreten wird, schaltet die Automatik zurück und der Benzinmotor schaltet sich leise brummend zu, bis er sich bei geringerer Beanspruchung wieder ausschaltet.

Es gibt bei den Autofahrern Prügler und Roller, d.h. Leute, die den Wagen vor sich her treiben und andere, die vorausschauend fahren und den Wagen viel rollen lassen, früh hochschalten und bei niedrigen Drehzahlen dahingleiten. Für letztere hat der Prius Suchtpotenzial. Man hat bald verstanden, was die ungewohnten Displays und Anzeigen bedeuten, die Ladestand, Antriebsart und Verbrauch wiedergeben und begibt sich unwillkürlich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten, den Verbrauch niedrig zu halten.

Der Prius Hybrid hat an der Schaltautomatik eine Einstellung für die Bergabfahrt. Schaltet man in diesen Modus merkt man einen geringfügigen Abrollwiderstand: Der Wagen lädt beim Abwärtsfahren – wie im übrigen beim Rollen und Bremsen – die Batterien wieder auf. Ein wohltuendes Gefühl für Menschen, die sich möglichst umweltschonend fortbewegen möchten, auch wenn noch sehr viel Entwicklungsarbeit zu leisten ist, bis es gelingen wird, Autos nicht nur umwelt- sondern auch auf verträgliche Weise ressourcenschonend zu bauen.

Mir hat die Probefahrt gefallen, obwohl der Preis des Prius Hybrid Plug in mit rund 37.000.- Euro für das Basismodell für mich eine große Barriere darstellt. Soviel Geld würde ich nie für ein Auto ausgeben. Aber ich freue mich auf die Probefahrt mit dem Yaris Hybrid, der – allerdings ohne Plug in-Technologie – rund die Hälfte kostet.

Fazit: Wir erleben gerade eine interessante Entwicklung und Toyota ist bei alternativen Antrieben den anderen Herstellern um Jahre voraus. Der Prius wurde anfangs belächelt und hat sich in der reinen Hybrid-Version mit einem realistischen Durchschnittsverbrauch von rund 5 Litern Benzin auf 100 km nicht gerade als Spar-Revolution herausgestellt. Die Plug in  Version ist da schon einen Schritt weiter. Wer öfters Mittelstrecken zurücklegt und die Möglichkeit hat, den Wagen an verschiedenen Orten an die Steckdose zu hängen, kann bei etwas Planung weitestgehend elektrisch und damit sehr kostengünstig und vor allem umweltschonend fahren.

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