Von der Wirtschaft lernen | Ein Vorschlag für Philipp Achammer

Die so genannte Wirtschaft führt in unserer Zeit das große Wort. Wenn irgendwo ein Sack Reis umfällt (= gut für die Wirtschaft, vor allem wenn der Reis verschüttet wird) richtet sich unser besorgter Blick auf die große Brieftasche, die in den Tempeln der Börsen verwahrt wird und deren Wohlbefinden oder Leiden das Maß aller Dinge geworden ist. Die bange Frage, die dann in allen Schlagzeilen des globalisierten Medieneinheitsbreis auftaucht:  Was sagen die „Märkte“?

Gleichzeitg erleben wir in unserer kleinen Watt- und Speckrepublik zur Zeit gerade Entwicklungen, die nachgerade als umwälzend kategorisiert werden müssen. Die SVP, Inbegriff des zusammenhaltenden Zusammenhaltes um des Zusammenhaltens willen, ist in ihren Grundfesten erschüttert, weil wohlbestallte Altmandatare mit juristischen Mitteln daran arbeiten, den Inhalt ihrer Brieftaschen (womit wir wieder beim Thema wären…) zusammenzuhalten.  Sie gehen damit gegen ein Gesetz vor, das ihre Nachfolger auf den Weg gebracht haben, um weiteren politischen Schaden vom glorreichen Edelweiss fern zu halten. BürgerInnen waren zu WutbürgerInnen geworden, als in allen Details bekannt wurde, wie unverschämt sich Südtirols Politiker in Fragen der eigenen Rentenvorsorge selbst bedient haben – und nicht nur dort…

Nun kocht die Volksseele hoch. Alte rhethorische Scharfschützen à la Pahl werden wieder in Stellung gebracht, aufrichtige SVP-Funktionäre fordern den Ausschluss der alten SVP-Hasen, die gegen das Kompatscher-Gesetz rekurrieren und wollen sie aus den wärmenden Falten des SVP-Mantels verjagen.

In dieser heißen Phase sollte SVP-Obmann Philipp Achammer von der hochgelobten und benedeiten Wirtschaft lernen. Genauso wie unsere vielbewunderten Banken europaweit in ihren Büchern plötzlich faule Positionen fanden, ist auch er damit konfrontiert, dass nun plötzlich in den schrumpfenden Mitgliederlisten kritische Positionen auftauchen, die den ebenso schrumpfenden Erfolg der edelweißen Gestaltertruppe in Richtug Orcus ziehen könnten.

Was haben die Banken in dieser Situation gemacht? Sie haben die faulen Positionen einfach in eine „bad bank“ ausgelagert, wo sie weiter vor sich hinfaulen und verdienen inzwischen wieder prächtig.

bad bank
Was für die Banken recht ist, sollte für die SVP nur billig sein. Bad Edelweiss – der Weg aus der Krise!

Philipp Achammer sollte sich ein Herz fassen und einfach ein „bad Edelweiss“ gründen, in das die eigennützigen Renten-Quertreiber ausgelagert werden. Damit verhindert er einen Ausschluss, behält die aufmüpfigen Gerechtigkeits- und Bankauszugsfanaten im Blickfeld und kann die Südtiroler WählerInnen sogar mit einer Art politischem Gruselkabinett erschrecken, als Gegengewicht zur wieder neuen Höhenflügen zustrebenden sauberen SVP.

Was täten wir nur, wenn wir die so genannte Wirtschaft nicht hätten?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s