Eine interessante Alternative | Carsharing Südtirol

Solange es unser alter Passat noch schaffte, stellte sich die Frage nur bedingt. Jetzt hat er sein Pensionierungsgrenze erreicht und da war zu entscheiden, ob wieder ein Auto angeschafft werden sollte.

Wir hatten einige Jahre gar kein Auto, aber ganz ohne geht es nicht, zumal ich öfters am Abend zu arbeiten habe und mit den Öffis beispielweise nach 21.46 Uhr nicht mehr von Meran nach Brixen komme.

Nachdem ich mich schon früher mit dem Carsharing beschäftigt hatte, lag es nahe, sich das Angebot von Carsharing Südtirol näher anzusehen. Um Nägel mit Köpfen zu machen, habe ich mit entschlossen, mindestens ein Jahr lang Carsharing zu testen und bin Carsharing Südtirol beigetreten.

Um die Grundlagen einschätzen zu können, habe ich mich auch einmal mit den genauen Kosten der Automobilität beschäftigt. Da lügt man sich ja gerne in den eigenen Sack. Denn oft rechnet man einer Fahrt nur die Treibstoff- und Autobahnkosten zu, weil der restliche Kostenblock aus Abwertung, Reparaturen, Versicherung und Steuern „ja schon bezahlt ist“.

Was kostet nun so ein Auto im Jahr?

Autokosten Jahr

Ich habe durchschnittliche Erfahrungswerte hergenommen und denke, dass die oben angenommenen Werte ziemlich realistisch sind. So kommt man auf Autokosten von rund 115.- Euro pro Woche.

Was kostet Carsharing?
Wenn ich nun zwei Mal in der Woche einen Wagen benötige und beispielsweise von Brixen aus einmal nach Meran muss und ein zweites Mal beispielsweise nach Bruneck und den Wagen für beiden Fahrten fünf Stunden lang benötige, kostet das je nach Autoklasse und ohne Autobahnmaut zwischen 78.- und 85.- pro Woche. Die restlichen Fahrten, die ich beruflich oder privat zu erledigen habe, kriege ich mit Öffis hin.

Interessant ist auch die Kombination zwischen Öffis und Carsharing. Meine erste Carsharing-Nutzung führte mich nach Eppan. Mit dem Zug nach Bozen, dann mit dem Carsharing-Auto nach Eppan. Zwei Stunden Nutzung und die entsprechenden Kilometer summierten sich zu Kosten in Höhe von rund 13.- Euro.

Wenn ich einen Wagen mal einen ganzen Tag benötige, kommen Tagespauschalen zur Anwendung. Für den Sonntagsausflug mit der Familie empfiehlt sich beispielsweise der Siebensitzer-Caddy. Bei angenommenen 200 Kilometern Fahrt und der Tagespauschale ergeben sich Kosten in Höhe von 79.- Euro.

Carsharing Flotte

Wenn man sich die Wochenkosten von ca. 115.- Euro für einen eigenen Wagen vor Augen hält, ergibt sich daraus das potenzielle Carsharing-Budget. Plötzlich wird einem aber auch bewusst, wo die Einsparungsmöglichkeiten liegen, zumal man sich auch wieder daran gewöhnt das in Südtirol sehr gute ÖFFI-Netz genauer anzusehen und auch zu nutzen. Und schon tun sich interessante Alternativen auf.

Qualitätseinbußen gibt es dabei nicht. So habe ich gestern eine Wanderung von Brixen auf dem Kastanienweg über Feldthurns nach Klausen gemacht und bin dann mit Zug nach Brixen zurückgefahren. Wunderschön, null Autokilometer und sehr hoher Freizeit- und Erholungswert.

Wie nutzt man ein Carsharing-Auto?
Die Buchung wird über die Eingabe im Internet oder auch telefonisch bewerkstelligt, die Bestätigung erfolgt über EMail und SMS, genauso wie eine Erinnerung eine Viertelstunde vor Fahrtantritt. Ist man dann beim Wagen, wird der Südtirol-Pass kurz an ein Kontrollgerät an der Windschutzscheibe gehalten und die Zentralverriegelung öffnet den Wagen automatisch. Dann wird der Schlüssel aus dem Handschuhfach genommen und los geht’s.

Ich freue mich auf das erste Carsharing-Jahr und vielleicht folgen viele weitere. Mal sehen, welche Erfahrungen in den nächsten Wochen und Monaten dazukommen.

Ich werde auf diesem Blog regelmäßig darüber berichten.

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Weitere Informationen: www.carsharing.bz.it

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2 Kommentare zu „Eine interessante Alternative | Carsharing Südtirol

  1. Sehr bedenkenswerter Vorschlag! Auch mein 24 Jahre alter Golf tut es zwar noch gut aber irgendwann wird er auch verbraucht sein. Dann werde ich Deinem Beispiel folgen. In Berlin hatte ich 10 Jahre kein Auto – die Öffis waren perfekt bis Mitternacht. Das fehlt hier im verpennten Südtirol, wo um 22:31 Uhr die Zuglichter von Bozen nach Brixen erlöschen. Da muss man vor dem Ende jeder Veranstaltung grußlos verschwinden, an ein nettes Gespräch danach bei einem Glasl Wein ist nicht zu denken. Wichter als die Seilbahn auf die Plose ist deshalb die Verlängerung der Fahrtzeiten der Öffis. Und Sonntags? Versuch da mal mit den Öffis alle zwei Stunden irgendwo hinzukommen. Da holt auch noch der letzte Gutmensch sein Auto aus der Garage. Es gibt also noch Verbesserungsmöglichkeiten für einen erprobten Öffinutzer wie mich.
    Andreas Gottlieb Hempel

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