„Nicht die Armut, sondern Arme werden als Gefahr für die Gesellschaft gesehen“ | Roland Atzmüller im Standard

Der an der Johannes Kepler Universität in Linz lehrende Soziologe hat in diesen Tagen dem STANDARD ein bemerkenswertes Interview gegeben. Es ist nicht so, dass ein gut informierter Zeitgenosse daraus sehr viel Neues entnehmen könnte. Allerdings bringt Atzmüller die zentralen Probleme der aktuellen Politik auf den Punkt, unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an eine – leider mittlerweile hypothetischen – sozialdemokratischen Politik.

Die aus meiner Sicht zentralen Aussagen:

  • „Die Finanzkrise wurde in eine Staatsschuldenkrise transformiert.“
  • „Die Krise wird jetzt als Staatsversagen und nicht als Ergebnis unregulierter Finanzmärkte gesehen.“
  • „Die Staaten haben darauf gesetzt, die Kosten der Krise zu vergesellschaften.“
  • „Die Sozialdemokraten haben sich selbst zu Akteuren der neoliberalen Transformation gemacht.“
  • „Parteien, die auf eine sozialökologische, gesellschaftliche Transformation setzen, müssen Konflikte und Spannungen in Kauf nehmen.“
  • „Diejenigen, die tatsächlich eine Verschlechterung der (sozialen/ökonomischen, Anm.d.V.) Position erfahren haben, wenden sich eher vom politischen Prozess ab.“
  • „Das Versprechen vom Aufstieg durch Bildung, scheint also nicht erfüllbar zu sein.“
  • „Den Mittelschichten wird gesagt, dass sie unter den Bedingungen des Wohlfahrtsstaates nicht reich werden können.“
  • „Nicht die Armut, sondern Arme werden als Gefahr für die Gesellschaft gesehen.“

Hier geht’s zum Interview von Katrin Burgstaller
(DER STANDARD online, auf das Bild klicken, um zum Interview zu gelangen)
Standard Dez 2013 Atzmüller

Auf Youtube habe ich eine Vorlesung von Roland Atzmüller gefunden. Er beschäftigt sich darin mit den Arbeitsbedingungen im Postfordismus.

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