Spritzwütige Bauern | Urban Gluderer spricht Klartext

Urban Gluderer betreibt seit über fünfundzwanzig Jahren das Bio-Kräuter-Unternehmen Kräuterschlössl in Goldrain. Er zählt zu den Betroffenen der Spritzwut und hat diese (obst)bäuerliche Unart dokumentiert. In der Video-Dokumentation von Alexander Schiebl beschreibt er auf eindrückliche Weise, was die Bauern anrichten und dokumentiert, dass die Aussagen der Bauernvertreter in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz einen überschaubaren Realitätsbezug haben.

Alexander Schiebel leistet mit seiner Doku-Arbeit einen zentralen Beitrag zur Anti-Pestizid-Debatte die so überfällig wie wichtig ist.

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5 Kommentare zu „Spritzwütige Bauern | Urban Gluderer spricht Klartext

  1. Heute, 4.5.2015, wurde am runden Tisch der RAI-Südtirol TV dieses Thema diskutiert. Die Biobauern haben eine gute Figur gemacht obwohl ihnen die gegnerische Seite unterstellt hat, das Spritzen mit Kupfer und Schwefel noch viel schlimmer sei (schlichte Antwort: wir spritzen gar nicht!). Die mieseste Figur machte der „Bauer“ Schuler, Landesrat, der Sprache kaum mächtig und integriert verbohrt. Irgendwann hat man genug von dieser spritzwütigen Gesellschaft und wünscht ihnen insgeheim all sie Krankheiten an den Hals, die diese Chemikalien verursachen können – neben Krebs vor allem die Unfruchtbarkeit, damit sie sich nicht auch noch vermehren. Denn: alles was wir in die Natur an Giften einbringen, das werden wir auch wieder auslöffeln müssen, Verursacher oder Konsumenten, nichts geht verloren und fällt auf uns alle zurück. Spätestens unsere Enkel werden uns verfluchen – wenn der letzte Apfel gegessen ist oder dieser nur noch nach süßem Styropor schmeckende vergiftete Krempel nicht mehr verkäuflich ist. Hoffentlich bald – sonst ändert sich nichts.
    Andreas Gottlieb Hempel

  2. Hat dies auf Tirol isch toll rebloggt und kommentierte:
    Während der zuständige Südtiroler Landesrat Arnold Schuler auf Facebook quasi Werbung für Bio-Äpfel aus Südtirol macht (https://www.facebook.com/schuler.arnold/photos/a.187393621300189.39841.181689708537247/957434230962787/?type=1&theater) schaut die Realität bei unseren südlichen Brüdern und Schwestern doch völlig anders aus. Denn seit Wochen hängen Chemiewolken über den Apfelplantagen, selbst innerhalb bewohnten Gebietes wird genebelt. Da wollte der Herr Schuler offenbar eine Gegenoffensive starten. Jeder 2. Bio-Apfel in Europa stamme aus Südtirol. Vielleicht stimmt das auch. Aber wieviel % beträgt der Anteil der verkauften Bio-Äpfel in Europa? Da schweigt des Landesrates Höflichkeit. Und Schuler hat allen Grund, die Flucht nach vorne anzutreten. Denn der Widerstand gegen die tonnenweise Ausbringung teils toxischer Agro-Chemikalien in der Südtiroler Bevölkerung nimmt massiv zu. Und dann noch das „Wunder von Mals“, jene legendäre Volksabstimmung in der die Wähler der Obervinschger Gemeinde jede Ausbringung der Agro-Gifte auf ihrem Gemeindegebiet untersagten.

    Alexander Schiebel, der bekannte Dokumentarfilmer, nahm sich dieses Themas schon im vergangenen Jahr intensiv an. Und dafür muss er jetzt offenbar büßen. Ihm wurde kürzlich von einem seiner Auftraggeber, der Südtirol-Werbung, quasi der Stuhl vor die Tür gestellt. Der Grund: Schiebel wagt es, in Südtirol gegen den Stachel und damit gegen die ungebremste Ausbringung der chemischen Keulen zu löcken. Noch schlimmer: Er begehrt damit auch automatisch gegen die Südtiroler Einheitspartei auf. Und das muss natürlich umgehend bestraft werden.

    Die Vorgeschichte: Schiebel ist seit dem „Wunder von Mals“ – als die Bevölkerung der Obervinschger Gemeinde Mals den Einsatz von Agro-Giften per Volksabstimmung auf ihrem Gemeindegebiet ausgeschlossen hatten – ein kritischer Begleiter dieser neuen Anti-Gift-Bewegung in Südtirol. Ist ja eigentlich sein Job. Und das ist bei den Obstbaronen, Landwirtschaftskämmerern und den mit ihnen unter einer Tuchent steckenden Politiker_innen von der SVP noch nie auf Wohlwollen gestoßen. Da wurde meines Erachtens schon länger überlegt, wie man so einem Mann ‚zubischteign‘ kann. Als Schiebel dann eine ironische Abwandlung des Südtirol Schriftzuges im Marketing-Logo auf Facebook stellte („Pestizidtirol“) reichte es den Duodezfürsten. Und als Schiebel dann auch noch eine ‚Chronik der Repression‘ auf Facebook veröffentlichte war der Ofen völlig aus. Wenn man in Tirol schon gefeuert wird dann hat man gefälligst die Schnauze zu halten. Schiebel tat das Gegenteil: er dokumentierte die Reaktionen akribisch auf seinem Facebook-Account.

    Wer nun die Realität in Nordtirol kennt, weiß, was derzeit nicht nur in Südtirol vor sich geht. Die in Sonntagsreden immer wieder mit fester Stimme zitierte ‚älteste Festlanddemokratie Tirol‘ hat sich in eine Oligarchie verwandelt, in der eine Minderheit über die Mehrheit herrscht.

    Für mich zeugt die Aktion von Alexander Schiebel jedenfalls von einer Zivilcourage, wie ich sie in Tirol kaum mehr für möglich gehalten hätte. Sicher, in Facebook-Postings wird sie immer wieder eingefordert – meist anonym. Aber wenn’s drum geht, Klartext zu reden, ziehen 99,9 % der Maulhelden ihren Schwanz ein.

    Schiebel führt uns jedenfalls schmerzhaft vor Augen, wie wir alle angesichts der Ungerechtigkeit und schmerzhaft aufbrechender Ungleichheit als Demokraten handeln müssten. Wer hat den Mut, mit ihm gegen die Vergiftung der Südtiroler Böden aufzustehen?

  3. es heißt doch die Bauern (heute sind es ja keine Bauern mehr, sondern Landwirte) seien die Landschaftspfleger!!!

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