Interessantes Forum auf Schloss Velthurns | Zu Gast bei Maxi Obexers Summer School

Gestern durfte ich die geniale Maxi Obexer kennen lernen, die gerade auf dem wunderschönen Schloss Velthurns ihre Summer School für AutorInnen abhält und ein abendliches Begegnungsprogramm organisiert. Zu diesem offenen Forum für Teilnehmer und Interessierte war ich zusammen mit anderen Gästen ans Podium geladen.

Die Begegnung begann mit einem höchst interessanten Vortrag von Gabriela Kompatscher Gufler über ihr Querschnitts-Forschungsgebiet Human Animal Studies, das an der Universität Innsbruck eingerichtet wurde. Kompatscher leitet das Institut für Latinistik und Gräzistik am Institut für Sprachen und Literatur und betreut auch das genannte Forschungsgebiet.

Summer School Südtirol-Kompatscher
Interessante Ansichten aus einem überraschenden Forschungsgebiet: Gabriela Kompatscher Gufler sprach über Human Animal Studies an der Uni Innsbruck (Foto Christoph Tauber)

Nach einem Überblick über die Kulturgeschichte des wechselvollen Verhältnisses zwischen Mensch und Tier und dessen Aufarbeitung in Sprache, Alltagskultur und in den Künsten ging die versierte Professorin auf den aktuellen Stand der Forschungen zum Verhältnis zwischen Mensch und Tier ein. Diese ist von einer teilweise kontroversen Diskussion geprägt, die sich im Spannungsfeld zwischen der Anerkennung von Persönlichkeitsrechten, der Kategorisierung und verschiedenen Bewertung von Tiergruppen – Speziesismus genannt – sowie den Auswüchsen der Massentierhaltung und neuen radikalen Ernährungsformen bewegt.

Anschließend kam es zu drei Begegnungen zwischen dem überraschend zahlreichen Publikum und drei „Umwelt- und Sozialaktivisten“ wie sie die souveräne Moderatorin Christine Helfer bezeichnete. Eingeladen waren die Vertreterin der Südtiroler Bäuerinnenorganisation Helga Lantschner aus dem Villnösstal, der Ahrntaler Biobauer Michael Oberhollenzer und ich.

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Helga Lantschner zeigte auf, welchen Beitrag die Bäuerinnen zum Überleben der Höfe leisten (Foto Christoph Tauber)

Helga Lantschner stellte die vielfältigen Tätigkeiten der Bäuerinnen vor und erläuterte verschiedene Projekte und Vorhaben, die vor allem von den Bäuerinnen getragen werden und die dazu beitragen sollen, die Höfe am Leben zu erhalten. Dabei geht es hauptsächlich um Urlaub auf dem Bauernhof, die Tagesmütter-Initiative, Schulinitiativen auf Bauernhöfen und nun auch die Betreuung von Senioren.

Mich hat sehr beeindruckt, wie selbstbewußt, eloquent und sympathisch die engagierte Bäuerin diese Initiativen präsentierte, nicht ohne auch auf kritische Aspekte einzugehen und diese mit in die Betrachtung hineinzunehmen.

Michael Oberhollenzer ging auf seine Erfahrungen als Biobauer ein und erzählte spannend und variantenreich, welchen Herausforderungen er dabei begegnete und welche Fehler ihm dabei unterliefen.

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Michael Oberhollenzer geht seinen Weg als überzeugter und erfolgreicher Bio-Bauer und plädiert für eine ausgesprägte Aus-Fehlern-Lern-Kultur (Foto Christoph Tauber)

Dann kam ich dran und wurde zu meinem Engagement als Blogger, Gestalter von Debatten, Moderator und als kritischer Mensch befragt. Ich stieg damit ein, das das politische Establishment heute keine Gestaltungskraft in wesentlichen Zukunftsfragen mehr habe und dass eine gesellschaftliche Innovation nur aus der Mitte der Gesellschaft kommen könne. Dies setze vor allem Sensibilisierungsarbeit, Wissensvermittlung und Bewußtwerdungsprozesse voraus, die ich nach Kräften unterstützen will.

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Christine Helfer ist eine sehr souveräne Moderatorin, das Gespräch mit ihr war sehr anregend (Foto Christoph Tauber)

Um vom Sensibilisieren ins Handeln zu kommen, beschäftige ich mich mit der Idee einer „Schule des Wandels“, in der Praktiken, Erfahrungen und Wissen angeboten werden sollen, die den ökosozialen Wandel beschleunigen und konnte über die Vorbereitungsarbeiten berichten.

Summer School Südtirol-Plenum
Das interessierte Publikum sorgte auch für eine angeregte Debatte (Foto Christoph Tauber)

Anschließend richtete ich meine Bitte an die anwesenden AutorInnen, durch ihre Arbeit zum Wandel beizutragen. Wir bräuchten wieder Weltbilder, für die es sich zu streiten lohne. Egal, wie sie aussehen, müssen sie entwickelt und kulturell begleitet werden, um nach engagierten Debatten wieder Zukunft zu schaffen.

Am Rande ergab sich die Gelegenheit zu einem kurzen Austausch mit Maxi Obexer, der meine uneingeschränkte Bewunderung für ihr literarisches Werk und ihre Theater-Arbeit gilt.

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