DNA-VERÄNDERUNG DURCH PESTIZIDE | INFO-ABEND IN AUER

Gestern Abend hat in der gut besuchten Aula Magna der Fachoberschule für Landwirtschaft in Auer ein Informationsabend stattgefunden, der von der Initiativgruppe Unterland und AgricUltura Trentino gemeinsam organisiert worden war. Die dabei vermittelten Fakten sind alarmierend.

Nach einer Begrüßung durch die Sprecherin der Initiativgruppe Unterland, Rotraud Wittig und von AgricUltura Trentino, Anna Rizzoli, ging Frau Dr. Renata Alleva auf die vor einigen Jahren im Nonstal durchgeführten Studien über einen Zusammenhang zwischen dem Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und möglichen DNA-Veränderungen ein.
volantino - 16.11.17
Für mich waren ihre Ausführungen ziemlich schockierend, denn es wurde klar, dass beim Zusammenwirken zwischen Wirkstoff und Zellveränderung Grenzwerte keine Rolle spielen. Es genügt im Prinzip ein Molekül, das bei einer Zellteilung einwirkt, um eine DNA-Änderung herbeizuführen. Und da die chemisch-synthetisch hergestellten Wirkstoffe mit dem klaren Ziel entwickelt wurden, auf bestimmte Zellen verändernd oder tödlich einzuwirken, kann hier ein fataler Wirkungskreislauf entstehen. Was bei einem Schädling im Sinne der Entwickler ist, wirkt auch auf andere Organismen, die nicht Ziel der Wirkstoffausbringung sind.
Ich werde das Thema weiter vertiefen und versuchen, die komplizierte Materie in einen eigenen Artikel zu packen und eine Kopie des Videos zu bekommen, das gestern aufgezeichnet wurde.
Nach Alleva sprach Gianluigi Salvador, WWF-Aktivist aus dem Veneto und Vorstandsmitglied des Pesticide Action Network (PAN) Italia. Er ging in sehr emotionaler Form auf die vielfältigen Auswirkungen der massiven Pestizidausbringung ein und schilderte die Situation im Prosecco-Gebiet, in dem er selbst lebt und in dem sich nun der Widerstand gegen die industrialisierte Landwirschaft formiert.
Anschließend präsentierte Rotraud Wittig die Vorschläge der Initiativgruppe Unterland, die – und darauf legte Wittig besonderen Wert – gemeinsam mit den Bauern die Reduktion und in weiterer Folge den kompletten Verzicht auf den Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe vorsieht und neben der Politik und den Vermarktungsorganisationen dezidiert auch die KonsumentInnen in die Pflicht nimmt.
In der abschließenden Diskussion prallten die gegensätzlichen Auffassungen aufeinander. Konventionell wirtschaftenden Bauern legten dar, dass ihre Bewirtschaftungsform unbedenklich sei, eine komplette und zu schnelle Umstellung auf Bio eine wirtschaftliche Katastrophe mit sich brächte und dass andere Emittenten wesentlich höhere Schadstoffeinträge bewirkten, als die konventionell wirtchaftenden Bauern.
Andere TeilnehmerInnen pflichteten den Standpunkten der Initiativgruppe Unterland bei und verwiesen auf positive Beispiele engagierter Biobauern, von denen auch einige zur Veranstaltung gekommen waren.
Wieder andere forderten dazu auf, eine klar zielorientierte aber sachlichere Veränderungsdebatte zu führen und auf die Argumente aller Beteiligten einzugehen. Positiv hervorgehoben wurde auch der Umstand, dass Umwelt- und Gesundheitsinitiativen aus Südtirol und dem Trentino bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung zusammengearbeitet haben.
Ich werde bei nächster Gelegenheit wieder auf diesen Abend zurückkommen und dann vor allem auf den Vortrag von Frau Dr. Alleva eingehen.
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