Von einem glücklichen Ochsen, viel Blut und pfiffigen Leuten | Eine Reportage aus „dolomitenstadt.at“

Über salto.bz bin ich auf eine sehr interessante Reportage im Lienzer online-Magazin dolomitenstadt.at gestoßen. Dort werden die letzten Stunden eines Osttiroler Ochsen beschrieben, der in 26 Monaten den Weg vom Kälbchen bis zum schlachtreifen Mastochsen durchlebt hat und – wie wir der Beschreibung entnehmen – die meiste Zeit davon so richtig genossen haben  dürfte.

Nun landet er in der Schlachtbox eines benachbarten Bauern und Metzgers – und dann in der Küche eines ganz besonderen Hotels, wo sich sehr innovative und coole Fachleute um ihn kümmern und ihn noch postmortem ein kulinarisches Denkmal setzen.

Wenn Fleisch, dann so, würde ich sagen und bin froh, dass ich noch Bauern in meiner Nähe habe, die gutes Fleisch liefern, meist in guter Zusammenarbeit mit erfahrenen Metzgern, die ihr Handwerk noch verstehen und nicht nur zu Händlern und Verarbeitern des Outputs industrieller Landwirtschaft degradiert werden wollen.

In Südtirol werden gerade die Voraussetzungen für die hofnahe Schlachtung geschaffen und der Bio-Metzger Alexander Holzner aus Lana hat seine Erfahrung und seine Ideen mit eingebracht. So wie es aussieht, wird es bald möglich sein, Tiere in Südtirol auf der Weide zu betäuben, in einem fahrbaren Container ausbluten zu lassen und dann in einem Schlachthof zu verarbeiten, der nahe am Schlachtort liegen muss.

Alexander Holzner
Alexander Holzner ist Bio-Metzger und hat großen Anteil daran, dass in Südtirol in Kürze damit begonnen werden kann, hofnahe Schlachtungen durchzuführen. Das Foto ist von barfuss.tv, wo man auch mehr über die hofnahe Schlachtung erfahren kann

Ein schönes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Bauern und den örtlichen Handwerkern, die auf diese Weise nicht nur eine Perspektive für ihre meist kleinen Betriebe erhalten, sondern auch wieder eine größere Produktvielfalt aus regionaler Erzeugung anbieten können und sogar noch dazu beitragen wird, die kleinen Schlacht- und Verarbeitungshöfe zu erhalten, die der Lebensmittelindustrie ein Dorn im Auge sind.

Die Konsumentinnen und Konsumenten dürfen sich darauf freuen und sollten ihren Beitrag dazu leisten, indem sie (wieder?) erkennen, dass es neben Filet und Tafelspitz eine ganze Reihe von Teilen von Tieren gibt, die allesamt das Zeug zur Spezialität haben, vom Ochsenmaulsalat bis zur Hauswurst, von den Kutteln bis zum Kalbskopf.

Hier geht es zur sehr gut geschriebenen Reportage von Gerhard Pirkner aus dolomitenstadt.at, bei der auch hervorragende Fotos von Miriam Raneburger dafür sorgen, dass eine durch und durch runde Geschichte draus wird:

(auf das Bild klicken, um zur Reportage auf dolomitenstadt.at zu gelangen)Ochse im Paradies

 

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