Röchling-Erpressung | Der nächste Schritt in den Crash

Tila Mair hat in einem Interview auf SALTO.BZ die schwierige Lage der Arbeitssuchenden und der Gewerkschaften beschrieben, die von der Fa. Röchling erpresst werden, auf den 14. Monatsgehalt zu verzichten, damit 40 Arbeitsplätze bereit gestellt werden.

Saltop Mair Juni 2013Wir sehen hier exemplarisch, wie der Arbeitsmarkt zu einem Anbietermarkt geworden ist. Wer Arbeit anbietet, bestimmt die Konditionen. Was möglich war, hat man durch Maschinenarbeit ersetzt und dadurch die – nichtbesteuerte – Schwarzarbeit geduldet, bzw. sogar gefördert. Da ein guter Teil unseres Wertesystems und der Großteil des Steuer- und Sozialversicherungssystems auf unselbständig beschäftigter Erwerbsarbeit aufgebaut ist, können die Unternehmen heute Regierungen, Menschen, Gewerkschaften, Sozialsysteme erpressen und dadurch Profite steigern – vor allem die großen Player, die bei dieser Gelegenheit auch noch die kleine und mittelständische Wirtschaft aufsaugen.

Wir steuern auf einen riesigen Crash zu, wenn wir uns dieser verderblichen Abwärtsspirale nicht entziehen. Denn gleichzeitig mit dem Umstand, dass auch Beschäftigte heute oft nicht mehr in der Lage sind, ihre Existenz zu sichern, wird eine kleine Schicht immer obszöner reich.

Es ist den Herren der Welt sogar gelungen, aus einer Bankenkrise, die durch unverschämtes und unverantwortliches Glücksrittertum entstanden ist, eine Staatsschuldenkrise zu machen, die die Perspektiven ganzer Generationen verdüstert.

Dieser fatalen Abwärtsspirale können wir uns nur entziehen, wenn wir den Reichtum wieder gerechter verteilen und es nicht zulassen, dass eine immer kleinere Gruppe von Reichen die Spielregeln für alle bestimmt.

Es gibt kriegerische Wege zu diesem Ziel und wenn wir nicht in absehbarer Zeit plausible Wege aus den vielen Krisen finden, die unseren Globus und unsere Gesellschaften zur Zeit befallen, wird es zu rabiaten Verwerfungen mit viel Gewalt und Zerstörung kommen. Die überzogenen Reaktionen auf die Blockupy-Bewegung in den USA und erst jüngst wieder in Deutschland sind ein kleiner Vorgeschmack darauf, was passieren kann, wenn wir nicht schleunigst in vielen Feldern von Gesellschaft, Wirtschaft und Gemeinwesen radikale Paradigmenwechsel herbeiführen.

Hier wieder irgend etwas von Wachstum zu schwafeln und darauf zu hoffen, dass der „Konjunkturmotor“ wieder anspringt ist zynisch, verantwortungslos und eigentlich ein groß angelegter Betrug.

Es gäbe allerdings auch friedliche Wege zum oben angeführten Ziel, der Gerechtigkeit, der Solidarität und des globalen Verantwortungsbewußtseins zu kommen. Einer davon führt über ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Diese Debatte ist aufzugreifen, zu vertiefen und unter den aktuellen Vorzeichen zu diskutieren. Wer einen möglichst umfassenden und Ziel führenden Einstieg in das Thema sucht, sollte 100 Minuten investieren und den Film „Kulturimpuls Grundeinkommen“ ansehen. Und zwar hier: http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

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